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Nofretete soll auf Reisen gehen

Erstellt 12.04.07, 20:21h

Eine bundesweite Kampagne will für eine „befristete Ausleihe“ der seit über 90 Jahren in Berlin „beheimateten“ Büste der ägyptischen Königin Nofretete werben. Die Initiative setzt sich für eine zeitweilige Rückkehr der Skulptur nach Ägypten ein.

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Die Büste der altägyptischen Königin Nofretete in Berlin.
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Die Büste der altägyptischen Königin Nofretete in Berlin.
Initiative setzt sich für eine zeitweilige Rückkehr der Büste nach Ägypten ein.

Eine bundesweite Kampagne will für eine „befristete Ausleihe“ der seit über 90 Jahren in Berlin „beheimateten“ Büste der ägyptischen Königin Nofretete werben. Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) wird aufgefordert, Ägypten eine Ausleihe anzubieten, wie die Aktion am Donnerstag in Berlin mitteilte. Die Kampagne trägt den Titel „Nofretete geht auf Reisen“. Denkbar sei auch eine Ausstellung „abwechselnd in Kairo und Berlin“.

Der Chef der Ägyptischen Antikenverwaltung, Zahi Hawass, hatte im Mai 2006 anlässlich der Eröffnung einer Ausstellung in Berlin in Anwesenheit des ägyptischen Staatspräsidenten Hosni Mubarak und von Bundespräsident Horst Köhler den Wunsch geäußert, die Büste demnächst auch in Kairo wieder ausstellen zu können. „Die Dame ist nach 3000 Jahren nicht mehr reisewillig“, hatte damals ein Sprecher der Stiftung Preußischer Kulturbesitz gesagt. Ihr Präsident Klaus-Dieter Lehmann verwies auf die „eindeutigen und völkerrechtlich klaren, von allen Seiten offiziell anerkannten Verträge“ über den deutschen Besitz der farbenprächtigen Kalksteinbüste. Nofretete war 1913 vom Osmanischen Reich dem Ausgräber und Finanzier, dem Berliner Kunstmäzen James Simon, überlassen worden.

Die Vertreter der Kampagne für „mehr Fairness für Nofretete“ meinen dagegen, die Chronologie des Streitfalls zeige, dass die Ägypter „immer wieder neue Zugeständnisse gemacht haben“ und dafür nie „eine angemessene Gegenleistung“ erhalten hätten. Vielmehr habe der Direktor des Ägyptischen Museums, Dietrich Wildung, immer wieder betont, dass Nofretete „längst ein integraler Bestandteil der kulturellen Identität Berlins“ sei. Die Kampagne hält dagegen, dass die Frage, ob Nofretete in Berlin oder Kairo oder vielleicht in beiden Städten abwechselnd ausgestellt werde, nicht juristischer Natur, sondern eine moralische Frage sei, „die eine politische Antwort verlangt“. (dpa)

 www.nofretete-geht-auf-reisen.de



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