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Connys Studio steht zum Verkauf

Von PETRA RÖMER-WESTARP, 13.04.07, 17:56h

Neunkirchen-Seelscheid - In dem Wolperather Tonstudio wurde ein Stück internationaler Musik-Geschichte geschrieben. Jetzt türmen sich in dem hellen Raum Umzugskartons mit Büchern und Hausrat.

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An Conny Planks selbst gebautem Mischpult entstanden Hits von Gianna Nannini, Kraftwerk oder Brian Eno. Jetzt sucht Sohn Stephan einen Käufer für das legendäre Tonstudio.
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An Conny Planks selbst gebautem Mischpult entstanden Hits von Gianna Nannini, Kraftwerk oder Brian Eno. Jetzt sucht Sohn Stephan einen Käufer für das legendäre Tonstudio.
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Kleines Schild, großer Name
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Neunkirchen-Seelscheid - Nur ein Rattan-Sofa verbreitet in dem großen, hellen Raum noch so etwas wie Gemütlichkeit. Drum herum türmen sich Umzugskartons mit Büchern und Hausrat. „Dies war das private Wohnzimmer meiner Eltern“, erzählt Stephan Plank. Keine leichte Aufgabe für den in Köln lebenden 33-Jährigen: Die Räumlichkeiten, in denen ein Stück internationale Musikgeschichte geschrieben wurde, sollen bald den Besitzer wechseln.

Nur ein unscheinbares Keramikschild mit der Aufschrift „Connys Studio“ an der Außenfassade weist heute noch darauf hin, dass das kleine Örtchen Wolperath in Musiker-Kreisen jahrzehntelang als Top-Adresse galt. In dem Fachwerkanwesen betrieb der Tontechniker Konrad alias Conny Plank von 1974 an ein Tonstudio. Nachdem er 1987 mit 47 Jahren starb, führte seine Partnerin Christa Fast das Studio bis zu ihrem Tode im Jahr 2006 weiter.

Der Durchbruch war dem Tonfachmann aus Kaiserslautern bereits in der ersten Hälfte der 70er Jahre gelungen. Damals hatte er für die Düsseldorfer Gruppe Kraftwerk das Album „Autobahn“ produziert und damit Maßstäbe im Elektronik-Pop gesetzt.

Die Liste der Künstler, die in den folgenden Jahrzehnten zu Conny kamen, ist lang: Brian Eno, Anni Lennox, Gianna Nannini, Bob Geldof, David Bowie, Peter Gabriel, Herbert Grönemeyer und Marius Müller-Westernhagen, die Toten Hosen, die Scorpions, die Bläck Fööss und noch viele andere. „Bei uns ging es turbulent zu, eigentlich waren immer Musiker zu Gast, die auch im Haus schliefen“, erinnert sich der Sohn, der 13 Jahre alt war, als sein Vater starb.

Ein festes Ritual war das gemeinsame Essen um 16 Uhr für Familie, Musiker und sonstige Mitarbeiter in der rustikalen Küche. Der bumerangförmige Tisch, an dem, wenn es sein musste, 25 Menschen Platz fanden, steht heute im Rock- und Pop-Museum in Gronau. „Eine warme Atmosphäre schaffen, damit die Leute sich wohl fühlen, das konnte meine Mutter“, erzählt Plank. „Es ist stressig eine Platte aufzunehmen, die Leute sind aufgekratzt und manchmal etwas gereizt. Meine Mutter hat sie wieder runtergeholt und für ihr leibliches und seelisches Wohl gesorgt.“ Dass Gianna Nannini sich am liebsten selbst an den Kochtopf stellte, um nach getaner Arbeit Pasta für alle zu kochen, hat Plank noch lebhaft vor Augen. „Sie brachte Nudeln und Kräuter aus Italien mit und liebte es, in ausgedehnten Telefonaten mit der Heimat die Rezepte zu besprechen“. Vom Flur aus gelangte man in das legendäre Gäste-WC, das derzeit abgebaut und demnächst ebenfalls in Gronau präsentiert wird. „Der ganze Raum strahlte golden, mein Vater hatte die Wände mit Goldfolie tapeziert und hier seine gesamten goldenen Schallplatten aufgehängt.“

Verlassen wirkt heute das ehemalige Studio mit dem riesigen Mischpult, das Conny Plank eigenhändig baute. Durch eine Scheibe blickt man in das große holzgetäfelte Studio. Mikrofonständer und Percussion-Instrumente stehen herum und jede Menge Stellwände zum Schieben.

Auch für die Technik sucht Stephan Plank Käufer. Plank, der sein Geld als Manager von Nina Hagen und als Designer von Computerspielen verdient, möchte eine Dokumentation über das Leben seiner Eltern produzieren. Bereits kontaktiert hat er dafür Otto Waalkes und Udo Lindenberg, mit denen sein Vater in seiner Hamburger Zeit in einer Wohngemeinschaft lebte. Das Elternhaus in Wolperath zu verkaufen, schmerzt ihn, ist aber wirtschaftlich notwendig. Dafür bleiben ihm die Erinnerungen an ein außergewöhnliches Familienleben. Richtig viel Rummel gab es nur einmal: „Als die Kellys bei uns waren, haben Horden von Fans unser Haus belagert.“

 www.connys-studio.de



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