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Nur Geld ist kein Problem

Von FRANK NÄGELE, 22.04.07, 19:52h

Der 1. FC Köln hat noch keine richtige Strategie für die kommende Saison in der zweiten Liga. Trainer Daum will richtig gute Spieler. Aber wer soll sie finden? Und warum sollen sie nach Köln kommen?

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Stefan Wessels bei seinem Patzer gegen 1860 München.
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Stefan Wessels bei seinem Patzer gegen 1860 München.
Köln - Wenn schon der Verein keine sichtbaren Anstalten macht, an einer erträglichen Vorstellung von Zukunft zu arbeiten, dann müssen wir es halt selbst tun. Offenbar war es dieser Plan, mit dem etwa 50 Anhänger des 1. FC Köln zwei Tage nach der 1:3-Niederlage bei 1860 München am Sonntagmorgen an der Säbener Straße erschienen und für etwas Unmögliches demonstrierten: die Rückkehr von Lukas Podolski zum FC. „Wir komm'n den Poldi hol'n, wir komm'n den Poldi hol'n“, riefen sie beim Training des FC Bayern. Ein niedlicher Versuch, der aber auch nicht unrealistischer erscheint als alles, was der FC in diesen Tagen plant. Die Saison ist längst verloren, aber noch nicht zu Ende. Und so eine richtige Vorstellung davon, wie es weitergehen soll, hat keiner.

Das Einzige, was der FC einem Bankrottklub wie 1860 München in diesen Tagen noch voraushat, ist Geld. Geschäftsführer Claus Horstmann erklärte, die von Christoph Daum geforderte Verpflichtung von drei Spielern mit hervorragender Qualität sei kein Problem und werde an finanziellen Erwägungen nicht scheitern. Die Frage ist nur: Wer sind diese Spieler? Wer soll sie finden? Und warum sollen sie nach Köln kommen? „Dass wir stehen, wo wir stehen, hat nichts damit zu tun, dass wir in den letzten Jahren zu wenig Geld ausgegeben haben“, sagte Claus Horstmann zuletzt in einem Interview. Obwohl alle wissen, dass in der Zweiten Bundesliga Mannschaften einen Vorteil haben, die in ihrem Kern gewachsen sind, wird der FC wohl um einen neuerlichen Personalumbruch nicht herumkommen. „Ich werde darüber aber erst mit dem Präsidenten sprechen“, sagt Christoph Daum, der sich auf eine Saison ohne qualitativen Vorteil gegenüber dem Großteil der Zweitliga-Konkurrenz nicht einlassen wird. Immerhin hat der Verein die Chance, sich von einem Dutzend Spieler zu trennen, deren Verträge auslaufen. Das schließt auch den Torhüter Stefan Wessels ein, der die Niederlage in München mit einem furchtbaren Patzer in der 59. Minute einleitete. Noch hat der FC mit dem Ex-Bayern nicht verlängert. Und falls er verlängert, wird er ihm wohl einen Konkurrenten zur Seite stellen. „Wir brauchen Führungsfiguren“, sagt Manager Michael Meier, „so eine, wie es Zvonimir Soldo, mit dem wir letzten Sommer verhandelt haben, gewesen wäre. Aber das war finanziell einfach nicht machbar.“

Darüber hinaus gilt es, diese missratene Saison auf eine Art zu beenden, die nicht noch mehr Schaden anrichtet, als eh schon entstanden ist. Der Auftritt in München lässt allerdings wenig Hoffnung darauf, dass die FC-Profis in den Spielen gegen Fürth, Duisburg, Offenbach und Kaiserslautern noch eine moralische Wende schaffen. „Mein Ziel ist es, alle vier Spiele zu gewinnen“, beteuerte der Trainer nach dem 1:3 tapfer. Allerdings hat jeder einzelne Gegner noch ein intaktes Saisonziel vor sich, Fürth, Duisburg und Kaiserslautern den Aufstieg, Offenbach den Klassenverbleib. Dem Trainer bleibt nur ein Druckmittel: Profis, die weiterhin versagen, auszusortieren. „Ich habe hier Rückmeldungen bekommen“, erklärte er nach dem 1:3 in München, „und vieles von dem, was ich gesehen habe, reicht einfach nicht aus.“



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