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Mit dem Kopf durch 14 Steinplatten

Von CLAUDIA HAUSER, 23.04.07, 19:26h, aktualisiert 23.04.07, 20:06h

Bei der Kampfsportnacht in Mülheim waren alle Stilarten erlaubt. 600 Fans forderten "Fights auf höchstem Niveau". Für Köksal Orduhan aus Gummersbach ging ein Traum in Erfüllung: Er verließ die Halle nach drei Kämpfen als Sieger.

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Die "Top-Fighter" der Kampfsportszene wollten nur eins: gewinnen.
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Die "Top-Fighter" der Kampfsportszene wollten nur eins: gewinnen.
Für Köksal Orduhan aus Gummersbach geht ein Traum in Erfüllung: Er verlässt die Halle nach drei Kämpfen als Sieger.

Der große Saal der Halay-Festhalle in Mülheim erinnert mit seinen großen Fenstern, den langen vergilbten Vorhängen, der weißen Holzvertäfelung und den hellen Fliesen an einen Tanzsaal aus den 50er Jahren - wenn da nicht der Boxring in der Mitte aufgebaut wäre, der auf Paarbegegnungen einer ganz anderen Art schließen lässt.

14 „Top-Fighter“ der Kampfsport-Szene wollen am Sonntagabend nur eins: bei der „Champions Fight Night“ gewinnen. Und 600 überwiegend männliche Zuschauer wollen auch nur eins: „Fights auf höchstem Niveau“, wie einer es formuliert. Den meisten ist anzusehen, dass sie selbst Kampfsportler sind: T-Shirts, die aus allen Nähten platzen, dazu ein langsamer kontrollierter Gang durch die Halle und die Blicke genießen.

„Wir präsentieren heute die ganze Palette des Kampfsports“, sagt der amtierende EM-Meister im Kickboxen Nihat Atamtürk von der Chinese Boxing Akademie Köln. Er ist nicht nur der Veranstalter der Boxnacht, sondern steht auch als Trainer am Ring und fächelt seinen Schützlingen in den Pausen Luft zu, um zu fortgeschrittener Stunde selbst ins Scheinwerferlicht zu rücken und mit seinem Kopf 14 aufeinandergestapelte Steinplatten zu durchschlagen.

Während der Vorkämpfe, in denen auch sehr junge Muay-Thai-Kämpfer und Kickboxer gegeneinander antreten, steigt die Spannung unter Zuschauern, Kampfrichtern und Trainern. „K-1“ ist die kurze Bezeichnung, die in den Pausen fällt und eine japanische Kampfsportart meint, bei der Kämpfer die Stilrichtungen vermischen können: Karate, Taekwondo oder Kung-Fu.

An diesem Abend treten acht K-1-Boxer im K.-o.-Modus gegeneinander an. Köksal Orduhan aus Gummersbach schart nicht nur die größte Fangemeinde um sich, er verlässt den Ring nach drei gewonnenen Kämpfen am Ende als Sieger.

Seine Art zu kämpfen teilt die Halle in zwei Lager: Er beherrscht seinen Körper perfekt und setzt immer wieder ganz gezielte Fußtritte, die seine Gegner mehrmals zu Boden gehen lassen, was ihm großen Beifall beschert. Andererseits springt der Lokalmatador bei seinem ersten Kampf auf den Oberkörper seines am Boden liegenden Gegners Simon Schäfer. Diese Aktion hält Schäfers Fans nicht mehr auf ihren Stühlen. „So was kannst du auf der Straße machen!“, brüllt Marcel Timoumi in Richtung Ring. Was nach Straßenkampf aussieht, ist für Kickboxer Frank Pleschtokat ein Sport mit strengen Regeln. Der 28-Jährige steht zum ersten Mal seit acht Jahren wieder im Ring und wehrt sich heftig gegen das Vorurteil, Kampfsportler seien aggressive Typen. „Ich kann mich ja im Gegensatz zu vielen anderen beim Kampf abreagieren. Meine Freundin sagt jedenfalls, ich sei sehr ausgeglichen.“



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