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Ohne Hindernisse hoch hinaus

Von THOMAS AGTHE, 24.04.07, 21:22h, aktualisiert 24.04.07, 21:44h

Behinderte sind in den rheinischen Naturparks willkommene Besucher. Wer immer als Behinderter oder gesunder Mensch im Hochseilgarten des Hotels "FTI" bei Much klettert, der muss mit seinen inneren Ängsten fertig werden.

Bild: lvr
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Zu mutigen Manövern im rollstuhl fordert der Hochseilgarten des Hotels "FTI" in Much heraus.
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Zu mutigen Manövern im rollstuhl fordert der Hochseilgarten des Hotels "FTI" in Much heraus.
Much - Was macht eine Rollstuhlfahrerin in acht Metern Höhe auf einem hölzernen Gerüst, das aussieht wie eine verlassene römische Kriegsmaschine? Belagert wird hier im Hochseilgarten des Hotels „FIT“ bei Much freilich niemand, doch geht es auch um Mut. Wer immer als Behinderter oder gesunder Mensch dort hinaufsteigt, der wird mit seinen inneren Ängsten fertig werden müssen, egal wie sorgfältig er hier dank Klettermontur gesichert ist.

Seinen Rollstuhl dort oben über zwei schmale Bahnen Holz zu steuern, um sich später wieder auf sicheren Boden abseilen zu lassen, verschafft den Gästen des Hotels FIT, das als „Erlebnishaus“ speziell auf die Bedürfnisse von Behinderten eingerichtet ist, einen ordentlichen Schub an Selbstvertrauen. Und während der Rollstuhlfahrer in seinem Alltag überall auf Barrieren trifft, findet er hier im „FIT“ (Freizeit - Integration - Tagung), das einst als Jugendherberge diente, den Zugang zu Erlebnissen, die ihn in bislang ungekannte Höhen befördern können.

Das integrative Hotel ist nur eine der vielen Adressen, die der Landschaftsverband Rheinland innerhalb der sechs von ihm betreuten Naturparke behinderten Menschen barrierefrei anbietet. Wer immer das neue Buch „Naturparke im Rheinland“ des Landschaftsverbandes in die Hand nimmt, wird bereits auf der Titelseite wahrlich begreifen, dass der LVR gerade den Behinderten in den Naturparken neue Wege eröffnen möchte: Denn der Titel des Buches ist in Blindenschrift zu ertasten.

Über 100 barrierefreie Angebote in den Naturparken listet das Buch auf. Die Möglichkeiten, die der Landschaftsverband in den Naturparken eingerichtet hat, reicht von den Wanderwegen, die auch von Rollstuhlfahrern zu benutzen sind, bis zu besonderen Angeboten für die blinden oder lesebehinderten Besucher der sechs Museen, die sich in den Parken finden. Mit diesem Buch stellt der LVR auch unter Beweis, dass er sich als „regionaler Dienstleister im Bereich der Kultur und des Umweltschutzes“ auch als größte Institution der Sozial- und Behindertenhilfe im Rheinland zu engagieren weiß.

Dem Landschaftsverband geht es nicht nur darum, die Bürger auf Erholungsmöglichkeiten aufmerksam zu machen, sondern auch, Naturgüter und Denkmale zu schützen und die kulturellen Eigenarten der kleinteiligen Regionen aufzuzeigen und zu bewahren. Zu den sechs LVR-Naturparken zählen: Der Naturpark Rheinland, der Naturpark Siebengebirge, der Naturpark Hohe Venn-Eifel, der Naturpark Hohe Mark, der Naturpark Bergisches Land und der Naturpark Schwalm-Nette.



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