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Liebeserklärung an die Musette

Von JANINE CHRISTGEN, 30.04.07, 17:44h

Ruppichteroth - Gleich zu Beginn des traditionellen „Frühlingskonzertes” wird deutlich, dass Nachwuchsarbeit beim Akkordeon Orchester Ruppichteroth groß geschrieben und äußerst erfolgreich betrieben wird.

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Lydie Auvray demonstrierte die Bandbreite des Akkordeons, umrahmt von 107 Mitgliedern des Akkordeon-Orchesters.
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Lydie Auvray demonstrierte die Bandbreite des Akkordeons, umrahmt von 107 Mitgliedern des Akkordeon-Orchesters.
Ruppichteroth - Gleich zu Beginn des traditionellen „Frühlingskonzertes“ wird deutlich, dass Nachwuchsarbeit beim Akkordeon Orchester Ruppichteroth groß geschrieben und äußerst erfolgreich betrieben wird. In einer Zeit, in der andere Vereine über mangelnden Nachwuchs klagen und immer weniger Kinder sich dafür entscheiden ein Instrument zu erlernen, ist es erfreulich zu sehen, dass es gelingen kann, junge Menschen für Musik zu begeistern.

Auch das Image des Akkordeons, welches hierzulande häufig in die Schublade der Volks- und Seemannslieder geschoben wird, sollte im Laufe des Abends gründlich aufpoliert werden. Die 107 Mitglieder des nach Alter gestaffelten Akkordeonorchester präsentierten unter der Leitung von Ulrich Stommel und Anneliese Schumacher einen Cocktail aus Rock, Pop, Swing und Jazz.

Das Erste Akkordeon Orchester überzeugte besonders bei der „New York Ouvertüre“, die Impressionen der Stadt in unterschiedlichsten Momenten darbot. Diese wurden durch das Kopfmotiv des Liedes „Maria“ aus Bernsteins „West Side Story“ verbunden. Hektik, Ruhe, Einsamkeit, Vergnügen und Straßengeräusche wusste das Orchester beeindruckend nachzuahmen. Zusammen mit ihrer vierköpfigen Band, den „Auvrettes“, die sich aus Gitarre, Piano, Bass und Schlagzeug zusammensetzt, zeigte die in Köln lebende Französin Lydie Auvray, wie wandlungsfähig das Akkordeon ist. Sie spielt Tangos, Chansons, Musette-Walzer, die an die Schwarz-Weiß-Krimis mit Kommissar Maigret erinnern, Balladen und sogar eine lateinamerikanisch beeinflusste Komposition.

Plauderei über die Liebe

Zwischen den Liedern plaudert die Bandleaderin, die auf einem Barhocker in der Mitte der Bühne Platz genommen hat, über ihr Leben, die Musik und die Liebe zum Akkordeon. Ein Chanson wird zur wahren Liebeserklärung an die Musette, an das Klavier der Armen, an die Quetschkommode, die auf Dorffesten zum Tanz aufspielt, an das "Chamäleon", das Melodien hervorbringt, welche voll Trauer, aber auch voll Lebensfreude sein können. In welcher Virtuosität man es beherrschen kann, zeigt Lydie Auvay. Zum Abschluss und Höhepunkt des Konzertes fanden sich die Künstlerin und das Akkordeon Orchester gemeinsam auf der Bühne ein, um ein Medley der Lieder Auvrays zu spielen. So endete der Abend mit der optischen und akustischen Verbundenheit der Akkordeonisten auf der Bühne und der Erfahrung, dass Akkordeonspielen begeistern kann.



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