Von F.A. HEINEN, 05.05.07, 07:15h
Schleiden - Sehr effektiv und fruchtbar für beide Seiten scheint ein Treffen von Unternehmern aus der Eifel und der türkischen Provinz Corum ausgefallen zu sein. Wie Schleidens Bürgermeister Ralf Hergarten gestern bestätigte, kam es zu ersten Geschäftsabschlüssen zwischen den deutschen und den türkischen Partnern. Weitere Geschäfte zeichnen sich ab. Unter anderem erkundigte sich ein türkischer Geschäftsmann nach den Grundstückspreisen in der Eifel. Er sucht einen Standort, von dem aus er seine Waren in Europa verteilen kann.
Im Schwarzmeer-Gebiet
Am Rande des Unternehmertreffens in der türkischen Provinz Corum, die im Kernland der alten Hethiter im anatolischen Schwarzmeer-Gebiet liegt, bot ein Bürgermeister seinem Schleidener Amtskollegen Hergarten gleich eine offizielle Städtepartnerschaft an. Das Angebot kam vom Bürgermeister der Stadt Alacahöyük, Hüseyin Saykan. Hergarten sagte zu, das Angebot dem Stadtrat zu unterbreiten. „Zumindest könnte eine Wirtschaftspartnerschaft daraus werden“, kommentierte Hergarten gestern die Offerte.
Neben Schleiden mischen auch die Stadt Mechernich sowie die Gemeinden Dahlem und Hellenthal bei dieser Unternehmensoffensive mit. Die Idee zu der Unternehmerreise war am 22. September 2006 im Rahmen des deutsch-türkischen Unternehmertages in Köln geboren worden. Damals luden der Gouverneur und der Bürgermeister von Corum zu einem Treffen in die Türkei ein.
Die konkrete Organisation der Reise übernahm die Türkisch-Deutsche Industrie- und Handelskammer (TD-IHK) gemeinsam mit der Unternehmensberatung Ernst Mommertz. So besuchten Unternehmer, Verbandsangehörige sowie Vertreter der Stadt Köln und der Eifelkommunen Ende April für vier Tage die nordtürkische Stadt Corum. Das Programm war absolut straff, die Unternehmensvorstellungen wechselten im Halbstundentakt. Gemeinsam mit den türkischen Partnern erkundeten die Geschäftsleute Möglichkeiten, mit der jeweils anderen Seite ins Geschäft zu kommen. Zahllose, überwiegend mittelständische Unternehmen wurden besichtigt, wobei es sich meist um Unternehmen aus der Maschinen- und Anlagenbaubranche, dem Textilsektor und der Sanitärbranche handelte. Bei eine Veranstaltung in der Industrie- und Handelskammer zu Corum, an der viele der 3500 Mitgliedsunternehmen teilnahmen, nutzte die deutsche Seite in Anwesenheit der dortigen Regierungsvertreter die Gelegenheit, ihre eigenen Standorte zu präsentieren.
Dabei kam es zu vielfältigen Kontaktanbahnungen, aus denen nach Hergartens Einschätzung noch einige Abschlüsse entstehen werden. Gleichzeitig definierten beide Seiten noch bestehende Handelshemmnisse, mit dem Ziel, in enger Kooperation bei den Behörden Handelsvereinfachungen zu erreichen.
Nach Hergartens Einschätzung war die Reise deshalb so erfolgreich, weil die Türkisch-Deutsche IHK insbesondere solche Unternehmen präsentierte, deren Interesse am gegenseitigen Austausch schon sehr konkret definiert war. Eine Fortsetzung des Dialogs soll im Herbst 2007 stattfinden.
Weitere Unternehmen aus der Region, die an Geschäftskontakten in die Region Corum interessiert sind, können sich an die Bürgermeister der Eifelgemeinden oder die TD-IHK wenden.
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