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„Am Ball“ für bessere Bildungschancen

Von BARBARA LAMBERTY, 11.05.07, 23:08h

Fred-Eric Essam hat in Deutschland Karriere gemacht und hilft jetzt Kindern in Kamerun. Aus dem Erlös eines Benefiz-Fußballturniers finanziert der Verein „ident.africa“ Bücher und Lehrer.

Bild: Christian Knieps
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Mit einem Stipendium bekam Fred-Eric Essam seine Chance in Deutschland. Jetzt hilft er Kindern in Kamerun.
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Mit einem Stipendium bekam Fred-Eric Essam seine Chance in Deutschland. Jetzt hilft er Kindern in Kamerun.
Was Armut bedeutet, hat Fred-Eric Essam am eigenen Leib erfahren. „Mein erstes Fahrrad habe ich mir mit 14 Jahren aus alten Eisenteilen selber gebastelt“, berichtet der Mann, der 1967 in Sangmelima, einer kleinen Stadt im Süden Kameruns, geboren wurde. „Das liegt mitten im Urwald, und damals lebten wir dort in einfachen Hütten aus Stein und Ton“, sagt Essam. Der Junge lernte gern und mit Eifer. Durch ein Stipendium bekam er 1989 einen Studienplatz für Biomedizin in Lübeck. „Diese Chance haben in Kamerun nur die besten Abiturienten. Bildung ist dort ein richtiger Wettbewerb zwischen den Familien“, erklärt der 39-Jährige. Gebildete Kinder sichern die Existenz der Familie.

Dass er sich schon früh mit seinen Schulkameraden messen musste, um eine Chance auf Bildung zu haben, könnte ein Grund dafür sein, dass Essam seine Karriere so zielstrebig verfolgt hat. Seit 1998 arbeitet er bei IBM Deutschland und betreut jetzt als Manager die wichtigsten Softwarepartner in deutschen Städten. „Aber ich habe nicht vergessen, wie es den Menschen in meiner Heimat geht“, sagt er. Deshalb gründete er 2004 „ident.africa“.

Der Verein sammelt Spenden für eine Schule in Boboyo, wo sein verstorbener Vater aufgewachsen ist. Die meisten der 8500 Dorfbewohner sind Analphabeten und können es sich nicht einmal leisten, ihre Kinder in die Schule zur schicken. Es gibt weder fließendes Wasser noch Strom; die maroden Schulgebäude eignen sich nicht mehr zum Unterrichten. Das Elend will Essam ändern. „Im Laufe meines Lebens ist mir immer klarer geworden, dass Bildung der Weg aus der Armut ist“, sagt Essam. Diesen Weg will er möglichst vielen Kindern ebnen und wirbt bei Freunden und Bekannten um Unterstützung. Es trifft sich gut, dass er als Ältester von sieben Kindern sehr gesellig ist. Auch berufliche Kontakte nutzt er, um die Hilfe voranzubringen, und verbürgt sich für den unbürokratischen Umgang mit den Spendengeldern.

Im Oktober 2006 flog er mit weiteren „ident.africa“- Mitgliedern nach Kamerun, kaufte aus dem Jahresspendenerlös von 8000 Euro Schulbänke, -bücher und Rucksäcke. „Wir kaufen die Materialien in Kamerun, weil der Transport aus Deutschland zu teuer wäre“, meint Essam. Außerdem könne man so Arbeitsplätze vor Ort sichern. Auch sechs Lehrer werden für ein Jahr von den Spenden bezahlt.

Der Manager sieht sich als „Brücke zwischen den Kulturen“. Dieser Brückenschlag fällt ihm von Köln aus leicht: „Die Menschen in Kamerun sind genauso gesellig wie die Kölner“, erzählt der Karnevals-Fan, dem Kölsch „fast so gut wie das Bier in Kamerun“ schmeckt. Der Unterschied sei, dass man dort schon morgens Bier trinke - das sei in Köln nur im Karneval der Fall. An den Rhein kam Essam vor fünf Jahren, weil seine damalige Frau und die heute zwölfjährige Tochter Paula hier leben. Beim Salsatanzen in Ehrenfeld hat er seine jetzige Frau Marion kennengelernt; vor einem Monat war Hochzeit. Auch seine Frau ließ sich von der Begeisterung für „ident.africa“ anstecken.

Am 20. Mai veranstaltet ident.africa das erste Benefiz-Fußballturnier „Kick for Boboyo“ auf der Vorwiese des Rhein Energie Stadions. Auch Essams Tochter macht mit. Sie spielt in der Mädchen-Fußballmannschaft des FFC Brauweiler, der das Turnier gemeinsam mit ident.africa organisiert. Schirmherrin ist Heike Henkel. Der Anpfiff ist um 10 Uhr - und aus dem Spielspaß wird selbstverständlich wieder Ernst. Der Erlös wird in Bücher und Bildungsmaterial umgesetzt, damit Boboyos Kinder eine Zukunft haben.



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