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„Jesus ist kein Mythos“

Von Bettina Gabbe, 13.04.07, 18:43h

Papst Benedikt XVI. wirft in seinem am Freitag vorgestellten Buch modernen Theologen vor, Jesus nicht mehr als Gottessohn zu sehen. Die Christus-Bio- grafie erscheint am kommenden Montag

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Papst Benedikt XVI.
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Papst Benedikt XVI.
Vatikanstadt - Papst Benedikt XVI. scheut nicht die Auseinandersetzung mit anders Denkenden, sondern nutzt sie, um die eigene Position zu schärfen. In seinem am Freitag im Vatikan vorgestellten Buch über Jesus wirft er modernen Theologen vor, das Bild des Erlösers in den vergangenen Jahrzehnten verwaschen anstatt genauer gezeichnet zu haben. Nicht als Gottessohn werde Jesus heute gesehen, sondern als "eine der großen religiösen Gründergestalten, denen eine tiefe Gotteserfahrung geschenkt worden ist".

Die Jesus-Biografie Benedikts erscheint am Montag (16. April) -pünktlich zum 80. Geburtstag des Kirchenoberhauptes. Darin greift er auf so unterschiedliche Figuren wie Marx und Franz von Assisi, Hegel, Heidegger, Nietzsche und jüdische Gelehrte zurück.

"Jesus ist kein Mythos", betont der Papst, der sich in der Autorenzeile nicht nur Benedikt XVI. sondern zuerst Joseph Ratzinger nennt. Zu diesem Buch sei er "innerlich lange unterwegs" gewesen, bekennt der ehemalige Theologieprofessor, der die Arbeit an seinem Werk 2003 als Präfekt der Glaubenskongregation begann.

Gottessohn war „Mensch aus Fleisch und Blut“

Ratzinger wendet sich darin gegen die These, das Jesus-Bild der Evangelien entspreche nicht historischen Tatsachen. Der Gottessohn sei vielmehr "ein Mensch aus Fleisch und Flut, steht ganz real in der Geschichte", hält er jenen entgegen, die einen Riss zwischen dem "historischen Jesus" und dem "Christus des Glaubens" sehen.

Die historisch-kritische Forschung führte nach Auffassung des Theologen Ratzinger zur Bildung einer "undeutlich gewordenen Ikone". Wer die Gottheit Jesu in Frage stellt, entziehe dem Christentum die Grundlage. Eine solche Situation sei "dramatisch für den Glauben, weil sein eigentlicher Bezugspunkt unsicher wird".

Im Vorwort lädt Benedikt die Leser ausdrücklich ein, ihm zu widersprechen. Das neue Werk, das seine lebenslange Auseinandersetzung mit der Figur Jesu zusammenfasst, will er nicht als päpstliches Lehrschreiben verstanden wissen. Erstmals greift ein Papst damit nicht auf die Form offizieller Dokumente zurück, um seine Auffassungen darzustellen.

Umso persönlicher formuliert er seine Warnungen vor einer Welt, die seiner Auffassung nach ohne den Glauben an Gott nicht in der Lage ist, Frieden zu schaffen, sondern sich vom Bösen in Form der "Mächte des Marktes, des Handels mit Waffen und Menschen" beherrschen lässt. Mit den Methoden des Verstandes bemüht Benedikt sich in dem knapp 450-seitigen Band, Jesus zugleich als realen Menschen und als Gottessohn darzustellen, den die Bergpredigt "weder als Rebell noch als Liberaler" vor Augen führe. Er sei vielmehr der "prophetische Interpret der Thora, der sie erfüllt, indem er der geschichtlich handelnden Vernunft den Raum ihrer Verantwortung zuweist." (kna)



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