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Porträt: Ex-RAF-Terrorist Wisniewski

Erstellt 22.04.07, 18:10h

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Stefan Wisniewski
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Stefan Wisniewski
Berlin - Der 54 Jahre alte Ex-Terrorist Stefan Wisniewski ist bislang vor allem mit der Entführung und Ermordung von Arbeitgeber-Präsident Hanns Martin Schleyer in Verbindung gebracht worden. Als Mitglied des RAF-Kommandos wurde er 1981 wegen gemeinschaftlichen fünffachen Mordes, erpresserischen Menschenraubs, Geiselnahme und versuchter Nötigung der Bundesregierung zu zwei Mal lebenslänglich verurteilt.

Eine Beteiligung am Attentat auf Generalbundesanwalt Siegfried Buback wurde ihm hingegen nicht vorgeworfen. Nach 20 Jahren Haft kam Wisniewski am 1. März 1999 wieder auf freien Fuß. Nach Ansicht des Gerichts hatte er sich glaubhaft davon distanziert, politische Ziele mit Gewalt durchsetzen zu wollen.

Wisniewski wurde 1953 bei Freudenstadt im Schwarzwald geboren. Sein Vater, ein früherer polnischer Zwangsarbeiter, starb kurz nach seiner Geburt. Eine Lehre als Elektroinstallateur brach Wisniewski ab. Schließlich lebte er einige Monate in einem Heim für schwer erziehbare Kinder. Zur Roten-Armee-Fraktion stieß Wisniewski nach dem Hungerstreik-Tod des RAF-Mitglieds Holger Meins im Jahr 1974.

Beim Anschlag auf die deutsche Botschaft in Stockholm soll Wisniewski 1975 bereits zur so genannten Eingreif-Reserve der RAF gehört haben. Ein Jahr später trainierte er in Camps der palästinensischen Volksbefreiungsfront im Südjemen den Guerilla-Kampf. Ein halbes Jahr nach der Ermordung Schleyers wurde Wisniewski im Mai 1978 auf dem Pariser Flughafen Orly gefasst. Er versuchte, mit gefälschten Papieren einen Flug nach Zagreb anzutreten. Ob er bei der Schleyer-Entführung selbst geschossen oder nur das Auto gefahren hatte, konnte nicht mit Sicherheit geklärt werden.

1997 erläuterte Wisniewski in einem Interview mit der "tageszeitung" die Beweggründe für die Ermordung Schleyers. "Eine Freilassung ohne politische Gegenleistung wäre nicht als eine menschliche Geste verstanden worden, sondern als Eingeständnis der Niederlage." Inzwischen habe er aber auch die verpassten Chancen erkannt, bei der Schleyer-Entführung menschliche Stärke und Großzügigkeit zu zeigen. "In der Logik der Aktion war dann auch das bittere Ende konsequent. Aber für unsere menschlichen und politischen Ziele war es ein Desaster", sagte er 1997. (dpa)



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