Protest in London am "Global Day of Action".
Protest in London am "Global Day of Action".
London - In einer weltweiten Aktion haben internationale
Musik- und Filmstars am Sonntag die Öffentlichkeit zum Schutz für
hunderttausende Menschen in der sudanesischen Region Darfur
aufgerufen. Dem Appell aus Anlass des Aktionstages für Darfur
schlossen sich neben vielen anderen die Musiker Elton John, Mick
Jagger, Mark Knopfler und Bob Geldof an. Auch das Jad Vaschem
Holocaust-Gedenkinstitut in Israel forderte UN-Generalsekretär Ban Ki
Moon zur Unterstützung der bedrohten Menschen in Darfur auf. In
zahlreichen Hauptstädten der Welt wurde an den blutigen Konflikt
erinnert, der vor vier Jahren ausgebrochen war.
"Die internationale Gemeinschaft muss ihre Untätigkeit beenden und
endlich entschlossene Aktionen beginnen", heißt es in dem Appell, den
auch die Schauspieler Hugh Grant, George Clooney, Thandie Newton und
Don Cheadle unterschrieben. Zum Zeichen des Protestes gegen das
anhaltende Blutvergießen in Darfur wurden vor der Downing Street in
London und zahlreichen anderen Städten große Sanduhren aufgestellt,
in denen statt Sand "Blut" fließt. Insgesamt mehr als 10 000 "Blut-
Uhren" sollten bei dem Aktionstag in zahlreichen Orten der Welt
an das Morden in Darfur erinnern.
"Es genügt nicht, wenn die internationale Gemeinschaft
Verurteilungen veröffentlicht und Erklärungen über die Vereinten
Nationen abgibt, während sich dieser von Khartum gesponserte
Völkermord ereignet", schrieb Avner Shalev, Vorsitzender des Jad-
Vaschem-Instituts an den UN-Generalsekretär. Shalev forderte konkrete
Maßnahmen bis hin zur Entsendung von Friedenstruppen in den Sudan.
"Mit jedem Tag kommen tausende weitere Namen zu der Liste der Toten."
UN-Generalsekretär Ban wurde aufgefordert, die "volle moralische
Autorität seines Amtes" einzusetzen, um den "schrecklichen
Verbrechen" in Darfur ein Ende zu setzen.
In dem Konflikt, der vor vier Jahren offen ausbrach und bei dem
die sudanesische Regierung nach UN-Angaben arabische Milizen gegen
die eingesessene schwarzafrikanische Bevölkerung der Region einsetzt,
sollen bislang etwa 200 000 Menschen umgekommen sein. Internationale
Hilfsorganisationen geben die Zahl Not leidender Darfur-Flüchtlinge
mit rund zwei Millionen an. Die Regierung in Khartum hat die Angaben
als weit übertrieben bezeichnet.
"Die Verbrechen in Darfur und die verantwortlichen Täter müssen
gestoppt werden", heißt in dem von den Stars unterstützten Appell.
Großbritannien und die USA haben bereits neue Anstrengungen zur
Durchsetzung weiterer UN-Sanktionen angekündigt, mit denen die
sudanesische Regierung gezwungen werden soll, den Einsatz einer UN-
Friedenstruppe in Darfur nicht länger zu behindern.
(dpa)