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Bei den Borussen und beim Wirtschaftsgipfel

Von MICHAEL THALKEN, 23.05.07, 07:15h

Mechernich - Die Malteser aus Mechernich stehen oft im Brennpunkt des Geschehens. Im vergangenen Jahr waren die Helfer bei mehr als 100 Einsätzen dabei.

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Die Mechernicher Malteser beim Bundesligaspiel in Mönchengladbach.
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Die Mechernicher Malteser beim Bundesligaspiel in Mönchengladbach.
Mechernich - Mit der 20. Niederlage in der Saison hat sich Borussia Mönchengladbach am vergangenen Wochenende aus der Fußball-Bundesliga verabschiedet. Die schon seit geraumer Zeit als Absteiger feststehenden Borussen unterlagen am 34. Spieltag zu Hause dem VfL Bochum mit 0:2 (0:1) und verbuchten damit die sechste Niederlage in den letzten neun Saisonspielen, von denen sie nicht ein einziges Mal als Sieger vom Platz zogen.

Als der fünfmalige deutsche Meister zum vorerst letzten Mal als Bundesligist den Rasen betrat, waren im mit 50 000 Besuchern besetzten Borussiapark auch einige Mechernicher zugegen. Die erlebten die Trauer und Wehmut der Borussen-Fans hautnah. Doch bloßes Mitleiden war für die Herren nicht angesagt, denn schließlich versahen sie dort ihren Job: Die Sanitäter des Mechernicher Malteser Hilfsdienstes (MHD) sind stets dabei, wenn bei Borussia Mönchengladbach gekickt wird. Neben Veranstaltungen auf Stadt- und Kreisebene betreut der Rettungsdienst aus der Stadt am Bleiberg auch zahlreiche Großveranstaltungen.

Schnelle Einsatzgruppe

Jedes Mal, wenn beispielsweise auf dem Nürburgring ein Autorennen oder ein großes Rockfest ansteht, ist der MHD zur Stelle. Selbstverständlich war man auch beim Papstbesuch und bei der Fußball-WM mit von der Partie. Eine Schnelleinsatzgruppe steht darüber hinaus bei Massenunfällen zur Verfügung. Und beim G-8-Gipfel in Heiligendamm - so viel steht auch schon fest - werden die Sanitäter ebenfalls ehrenamtlich wie immer im Einsatz sein, wenn dort vom 6. bis 8. Juni die Regierungschefs aller acht größten Industrienationen der Welt eintreffen. Gleichgültig ob einer der hohen politischen Würdenträger sich beim obligatorischen Gemeinschaftsbild auf der Treppe den Knöchel verknickt oder ob G-8-Gegner sich am 13 Kilometer langen Absperrzaun die Nase platt drücken: Die Malteser sind getreu ihrer Devise „Hilfe den Bedürftigen“ stets zur Stelle.

„Nach einer guten Ausbildung und unter sachkundiger Führung eines Rettungsassistenten freuen sich aber besonders die jungen Sanitäter über einen Einsatz im Fußballstadion“, gibt der Malteser-Geschäftsführer Markus Schröder zu. „Da ist immer was los, auf dem Platz, aber auch bei uns im Einsatzraum.“ Mit etwas Glück könne man sein Fußballidol hier ganz hautnah erleben. Es mache einfach Spaß, helfen zu können und in der Gemeinschaft früh Verantwortung zu übernehmen.

Eine gute Truppe

„Nach Freiwilligen brauche ich da nicht zu suchen, wir haben eine gute Truppe beisammen“, so Schröder. Von der Moral der Malteser könnte sich auch so mancher Fußballfan eine Scheibe abschneiden. Denn während einige sicherlich keine Lust haben, mit ihrem Verein abzusteigen, bleiben die Mechernicher den Borussen bedingungslos treu: „Wir werden unsere Borussia selbstverständlich auch in der nächsten Spielsaison treu begleiten und »notfallmäßig« zur Seite stehen“, versprach der Stadtbeauftragte des Mechernicher MHD, Dr. Jörg Schriever. Denn in der nächsten Saison, so viel sei klar, werde es wieder einen spannenden Aufstiegskampf geben. Und dabei wolle man auf keinen Fall fehlen.

Allein 2006 haben 483 Malteser des Sanitätsdienstes in 100 Einsätzen über 5851 Arbeitsstunden geleistet. Die Schnelleinsatzgruppe leistete elf Einsätze. Nebenher wurden noch 146 Krankentransporte durchgeführt, bei denen fast 6000 Kilometer gefahren wurden.

Die Mechernicher Malteser verfügen derzeit über 214 ordentliche Mitglieder und 1083 Fördermitglieder.



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