Von BARBARA LAMBERTY, 31.05.07, 20:45h
Action-Regisseur Stefan Richter nahm den „Stunt-Oscar“ am 20. Mai stellvertretend für das gesamte Team in Los Angeles entgegen. Der Preis wurde 2001 von dem österreichischen Unternehmer Dietrich Mateschitz ins Leben gerufen und wird seitdem jährlich vergeben. Die Kölner Produktionsfirma für Action-Formate erhielt den Award in der Kategorie „Beste Action in einem internationalen Film“ schon zum vierten Mal in Folge.
„Das ist eine große Ehre für das gesamte Team“, erklärte der 40-Jährige, der selber acht Jahre als Stuntman gearbeitet hat, bevor er hinter die Kamera wechselte. Stefan Richter erzählt im Schatten eines Hubschraubers auf dem Gelände von „action concept“ von seiner Laufbahn im Stunt-Geschäft: Vor 14 Jahren kam der Berufstaucher und Fallschirmjäger nach Köln zu „action concept“. Stuntman - das war Richters Traumberuf. Schon als Kind habe er sich auf dem Skateboard hinter einem Motorrad herziehen lassen und wegen seiner sportlichen Experimente „mehr Zeit im Krankenhaus als in der Schule verbracht“, erinnert er sich. Den Traumberuf konnte er aber nicht lebenslang ausüben. „Das kann man nur bis Mitte 30 machen“, spielt Richter auf die enormen körperlichen Herausforderungen des Jobs an. Auch wegen der Verantwortung für seinen fünfjährigen Sohn Carlos wechselte er vom aktiven Stuntman zum Regisseur. Seine Frau Gabriele unterstützt ihn als Regieassistentin.
Wichtig seien im Beruf als Action-Profi vor allem eine gute Selbsteinschätzung und der Mut, auch mal Schwäche zu zeigen, wenn man sich nicht fit genug fühlt. Einzelkämpfer und lebensmüde „Rambos“ seien in diesem Beruf fehl am Platze, macht Richter deutlich: „Unsere Leute sind mutig, aber nicht dumm.“
Das 20-köpfige Stunt-Team dreht allein für die Serie „Alarm für Cobra 11“ jährlich circa 1000 Stunts - mit jeder Menge Abwechslung. Auf dem Firmengelände selbst ist die Filmwelt allgegenwärtig. Das Gebäude, auf dem in großen weißen Buchstaben „Autobahnpolizei“ steht, dient für die Serie als Kulisse. In der Realität arbeiten hier die Angestellten der Produktionsfirma. Während die spektakulären Autobahnszenen meist auf einer Filmautobahn bei Düren entstehen, werden auf dem Gelände in Hürth kleinere Szenen und Studioaufnahmen produziert. Außerdem präparieren die Techniker hier Fahrzeuge für die Action-Szenen.
Stefan Richter spaziert zur Werkstatt, vorbei an 20 geparkten Polizeiautos, die zur Filmrequisite gehören. Einige sind stark verbeult, andere schon für den nächsten Dreh poliert. In der Werkstatt präpariert sein Kollege Uwe Simon einen blauen Ford Scorpio für eine „Überschlag-Szene“. Das Innenleben des Autos hat er durch einen eingeschweißten Sicherheitskäfig ersetzt. „Das haben wir bei den Rallye-Fahrzeugen abgeschaut“, sagt der Schweißer. Richter fachsimpelt mit Simon detailkundig über die Konstruktion. „Bei uns muss jeder alles können.“
Für Fernsehzuschauer ist das Risiko eines Stunts schwer einzuschätzen: Szenen in denen sich ein Auto überschlägt, sehen gefährlich aus, obwohl sie relativ harmlos sind. „Vom Auto überfahren werden“ ist für Richter das Schwierigste, weil man dabei vieles beachten muss: richtig abspringen, passendes Timing, richtiges Abrollen. „Das geht nur mit einem perfekt aufeinander abgestimmten Team“, sagt der Action-Profi.
Teamarbeit zeigt auch die Gewinner-Szene. Da Hubschrauberpilot Marcus Steffen den Helikopter präzise an das Boot heransteuerte, konnten die Schauspieler Gedeon Burkhard und Erdogan Atalay die Action-Szene fast vollständig ohne Stuntdouble bewältigen. Überdurchschnittlich gutes Teamwork hat auch dazu beigetragen, dass sich die deutsche Produktionsfirma beim „Taurus World Stunt Award“ gegen die Konkurrenz aus Kasachstan, Ungarn, Indien und Argentinien durchsetzte.
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige
22. April 2012,
E-Werk Köln
Foto auf Leinwand günstig vom Testsieger
Werbeagentur Verzeichnis Köln Bonn
Werbeagentur / Internetagentur, Köln
Kfm. Umschulungen + Seminare in Köln
Holzspielzeug gesucht, gefunden, geliebt