Von DENNIS VLAMINCK, 01.06.07, 21:31h
Im benachbarten Rhein-Erft-Kreis wird das Vorhaben mit Skepsis beobachtet - die Politiker hier befürchten Konkurrenz für den Hambacher See bei Elsdorf, der erst ab 2045 durch Einleiten von Rheinwasser in den Tagebau Hambach entstehen wird. Der „Indesche Ozean“, wie der See bereits genannt wird, könnte sich lange vor dem Hambacher See als Touristenziel etablieren, an dem Hunderte Arbeitsplätze entstehen.
Dem Bergbauunternehmen RWE Power kommt der Wunsch der Gemeinde Inden jedenfalls entgegen. Die Firma könnte sich den Bau einer Fernbandanlage sparen, mit der gewaltige Mengen von Abraum aus dem Tagebau Hambach nach Inden gebracht werden sollten. Diese Bandstraße hätte dem Vernehmen nach bis zu 250 Millionen Euro gekostet. „Die Aufwendungen für einen See sind im Vergleich zum Bau einer Bandanlage jedenfalls geringer“, räumt Michael Eyll-Vetter, Tagebauplaner bei RWE Power, ein. Es sei aber vorgesehen, „die Region an den Einsparungen partizipieren zu lassen“.
Weitere Sorge im Rhein-Erft-Kreis: Weil durch einen Indener See rund 800 Hektar Ackerfläche verloren gingen, könnten Landwirte verdrängt werden. „Es könnte Druck auf landwirtschaftliche Flächen auch bei uns entstehen“, sagt Manfred Kohlmann, Umweltdezernent im Rhein-Erft-Kreis.
Die Bezirksregierung Köln, die das Verfahren zur Änderung des Braunkohlenplans begleitet, hat mit zahlreichen Gutachten die Auswirkungen eines Indener Sees untersuchen lassen. Fazit: Weder für Klima oder Wasserwirtschaft noch Landwirtschaft sind gravierende negative Folgen zu erwarten. Kritiker verweisen jedoch auf die lange Dauer des Braunkohlenabbaus und die Unvorhersehbarkeit aller Entwicklungen. Der Hambacher See beispielsweise, der mit einer Größe von 40 Quadratkilometern der siebtgrößte See Deutschlands werden soll, wird 60 Jahre lang befüllt werden. Erst nach dem Jahr 2100 wäre er voll gelaufen.
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