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Das Schicksal der Plumploris

Von MICHAEL LENZ, 27.10.12, 02:57h

Nur ein Beispiel von vielen: Die niedlichen Tiere sind fast ausgerottet, weil Asiaten ihnen medizinische Wunderwirkung nachsagen. Sie werden gejagt, gefangen und auf den Märkten für exotische Tierarten verkauft.

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Die niedlichen Tiere sind fast ausgerottet, weil Asiaten ihnen medizinische Wunderwirkung nachsagen.
Nur ein Beispiel von vielen: Die niedlichen Tiere sind fast ausgerottet, weil Asiaten ihnen medizinische Wunderwirkung nachsagen.

Kuala Lumpur - Die putzigen Plumploris muss man einfach gerne haben. Wenn sie so träge im Baum herumhängen und einen mit großen Augen anschauen, dann möchte man die Tierchen mit dem dichten Fell einfach knuddeln. „Sie sind wie Teddybärchen“, sagt Ulrike Streicher, die durch ihre Arbeit als Veterinärin in Vietnam und Kambodscha zur deutschen Plumplori-Koryphäe geworden ist. Wer im Tierreich aber schön und putzig ist, der lebt gefährlich. In ihrer Heimat Asien, aber auch in Europa und den USA sind die katzengroßen Plumploris als Haustiere beliebt. Sie werden gejagt, gefangen und auf den Märkten für exotische Tierarten verkauft. In einigen Regionen Asiens wie zum Beispiel in Südchina gebe es schon keine Exemplare dieser Primatenart mehr, die zu den Halbaffen gehört. Die Händler gehen nicht zimperlich mit ihrer Ware um. Plumploris haben aber scharfe, spitze Zähnchen und beißen gerne. Deswegen ziehen die Händler ihnen die Zähne.

Plumploris sind aber auch in der traditionellen asiatisch-chinesischen Medizin beliebt. Kein Körperteil, dem nicht eine heilende Zauberkraft zugesprochen wird. Die Augen werden zu einem Liebestrank verarbeitet; das Fleisch soll gegen Epilepsie wirken; die Vietnamesen sind davon überzeugt, das Fell der Plumploris sei blutstillend.

Die Plumploris und etliche andere Tiere sollen in dieser Woche auf der Konferenz der über 170 Vertragsstaaten des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES) in Den Haag auf Antrag Kambodschas in die höchste Schutzstufe aufgenommen werden, um dem internationalen Handel einen Riegel vorzuschieben. Gerade in den asiatischen Ländern - von denen viele gute Gesetze zum Tierschutz haben - sind Regeln und Recht das eine, die Umsetzung in die Praxis eine andere Sache.



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