Von TOBIAS MORCHNER, 10.06.07, 20:58h
Aus Holland, aus Belgien und aus ganz Köln sind Freunde und Verwandte der Familie Ö. am Sonntagmorgen in Porz-Zündorf zusammengekommen. Gemeinsam trauern sie um Aynur Ö. (23). Die Leiche der jungen Frau wurde am Samstagabend gegen 19 Uhr im Badezimmer einer Wohnung in der Straße „An St. Marien“ gefunden. Dort lebte sie seit drei Jahren mit ihrem Ehemann Vedat Ö. (25). Er steht jetzt im dringenden Verdacht, den Tod seiner Frau verschuldet zu haben. Der junge Mann ist derzeit auf der Flucht.
Seit Freitagnachmittag hatten die Eltern der jungen Frau versucht, ihre Tochter zu erreichen. Sie wollten sich für Samstag zum Einkaufen verabreden. Doch Ö. meldete sich nicht. Am Samstagabend meldete sich Ehemann Vedat Ö. von seinem Mobiltelefon aus bei einem Freund in Köln. Es habe Streit gegeben in der Wohnung, ob er nicht mal nach Aynur sehen könne, es sei etwas passiert, soll der Flüchtige gesagt haben. Der Freund informierte die Familie. Die Eltern von Aynur Ö. schalteten sofort die Polizei und die Feuerwehr ein. Mit Hilfe einer Leiter verschafften sich die Helfer Zutritt zu der Dachgeschosswohnung und entdeckten so die Tote. Ihr Körper wies mehrere Stichverletzungen auf. In der Wohnung fanden die Ermittler Kampfspuren.
Spezialisten der Spurensicherung suchten in der Wohnung bis tief in die Nacht hinein nach Hinweisen, um das Verbrechen so schnell wie möglich aufklären zu können. Die Leiche der jungen Frau wurde am Sonntagvormittag in der Gerichtsmedizin obduziert. Dem Vernehmen nach gelang es den Fahndern inzwischen, den Anruf von Vedat zurückzuverfolgen. Er soll sich nach Istanbul abgesetzt haben.
Die 23-jährige Aynur lebte seit 20 Jahren in Köln. In den Ferien fuhr sie regelmäßig mit ihren Eltern zu ihrer Familie nach Ankara. Dabei begegnete sie jedes Mal auch ihrem Cousin Vedat. Vor vier Jahren dann heirateten die beiden in der Türkei. Gemeinsam zogen sie zunächst zu den Eltern von Aynur nach Zündorf. Ein Jahr später fanden sie die kleine Wohnung „An St. Marien“, nur wenige Hundert Meter von der elterlichen Wohnung entfernt. Aynur Ö. arbeitete als Apothekenhelferin. Vedat Ö. fand einen Job bei der Deutz AG. Das Paar hat keine Kinder. „Natürlich gab es bei den beiden mal Streit, so wie in anderen Ehen auch. Sonst ist nie etwas vorgefallen“, sagt eine Verwandte.
Am Sonntagnachmittag erließ ein Richter Haftbefehl gegen den 25 Jahre alten Vedat Ö. Die Beamten der Mordkommission fahnden mit einem Foto nach dem Flüchtigen. Sie suchen Zeugen, die Angaben zum Aufenthaltsort des Tatverdächtigen machen können. Hinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 0221 / 229-0 entgegen.
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