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Waldsiedlungsverkauf „im Paket“

Von MARION EICKLER, 11.06.07, 21:10h

Ein süddeutscher Investor will Häuser unrenoviert weiterveräußern. Über Bebauungspläne für die „Nachverdichtung“ im Junkersdorfer Viertel ist noch nicht entschieden. Ein zweites Paket wird zurzeit versteigert.

Im Grundbuch steht noch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) als Eigentümer, doch seit kurzem gehört das erste Grundstückspaket der Junkersdorfer Waldsiedlung mit insgesamt 31 356 Quadratmetern Grundstücksfläche der Werner Mössner Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH aus Grünwald bei München. Das bestätigte deren Mitarbeiter Fritz Reitsam auf Anfrage.

Die Mössner GmbH beabsichtige nicht, die Häuser zu sanieren. Reitsam erklärte: „Die Häuser werden so weiterverkauft. Die Leute können dann ja selbst renovieren.“ Ob die so genannten Nachverdichtungsflächen in den rückwärtigen Grundstücksteilen bebaut und dann verkauft oder ob sie direkt als Bauplätze veräußert werden, habe die Firmenleitung noch nicht entschieden.

Der Haushaltsausschuss des Bundes hatte den Verkauf Ende Mai mit der Regierungsmehrheit von SPD- und CDU-Stimmen gebilligt. Die Kölner CDU-Bundestagsabgeordnete Ursula Heinen bedauert die Entscheidung aber. Sie hätte es lieber gesehen, wenn die Grundstücke und Einfamilienhäuser direkt an Privatpersonen verkauft worden wären. Der Kölner FDP-Bundestagsabgeordnete Werner Hoyer sieht seine schon vor einem Jahr geäußerten Befürchtungen bestätigt. Ehe das erste Grundstückspaket in die Versteigerung ging, hatte Hoyer kritisiert, der Verkauf an Investoren sei „familienpolitischer Unsinn“. Dadurch würden die Häuser für die Endnutzer lediglich erheblich verteuert; schließlich wolle ein Zwischenhändler auch noch seinen finanziellen Schnitt machen. Hoyer sagte zum jetzt realisierten Verkauf an die Mössner GmbH: „Das ist ein Skandal. Das Argument der Bima, der Bund käme bei dem Verkauf an einen Investor finanziell am besten weg, halte ich für weit hergeholt. Von dieser Art des Verkaufs haben finanzpolitisch weder der Bund noch der Bürger wirklich etwas.“

Die Bima hatte für den Paketverkauf der sanierungsbedürftigen Häuser an einen Investor auch mit dem Argument plädiert, die Renovierung könnte „en gros“ preiswerter erledigt werden und die Bürger bräuchten nur noch einzuziehen. Dieses Argument ist durch den Verkauf an die Mössner GmbH, die keine Renovierungspläne hat, nicht zu halten. Inzwischen ist ein weiteres Paket mit rund 30 500 Quadratmeter Fläche in der Versteigerung. Es handelt sich um die Grundstücke der Holzkapelle und des ehemaligen CMC-Kaufhauses sowie der Tannenstraße 1-13 und Eichenstraße 1-13.



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