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„Nicht alles muss in die Innenstadt“

Von HELMUT FRANGENBERG, 13.06.07, 21:31h

Die Verwaltung will die Zahl der Großveranstaltungen auf den zentralen Plätzen reduzieren. Alternativen wären da. Zwischen den Veranstaltern hat nach Aussage eines Beteiligten ein „Kleinkrieg“ begonnen.

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Trübe Zeiten für die Bierbörse?
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Trübe Zeiten für die Bierbörse?
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Auch der Maimarkt steht auf dem Prüfstand.
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Zieht der "Weltkindertag" um?
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Die Stadtverwaltung will im August ein neues Platzkonzept für die Innenstadt vorlegen. Erklärtes Ziel: Die Zahl der Großveranstaltungen, die die Plätze oft wochenlang in Beschlag nehmen, soll sinken. Auch vor dem Hintergrund der starken Belastung der Innen- und vor allem der Altstadt durch den U-Bahn-Bau wolle man „etwas zurückfahren und mehr auf Qualität achten“, so Stadtdirektor Guido Kahlen.

Die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung wissen, dass sie einen schwierigen Kampf führen. Die meisten Veranstalter verfügen über glänzende Kontakte und mächtige Verbündete in Politik und Medien. Die Möglichkeiten, mit Großveranstaltungen Geld zu verdienen, sind bereits in den letzten Jahren geringer geworden. Neue Initiativen machen Alteingesessenen Konkurrenz um die werbewirksamen zentralen Plätze und Straßen. „Hinter den Kulissen hat ein heftiger Kleinkrieg unter den Veranstaltern begonnen, die sich gegenseitig bekämpfen“, sagt ein Beteiligter.

„Es geht nicht darum, die Stadt leer- zufegen“, entgegnet Kahlen seinen Kritikern, die ihn als „Spaßbremse“ bezeichnen. Besondere Attraktionen wie jetzt das Lang- Lang-Konzert vor dem Dom müsse man fördern, andere Veranstaltungen könnten an anderer Stelle stattfinden. „Nicht alles muss in die Innenstadt.“ Außerdem schlägt Kahlen vor, die „Deutzer Werft“, wo bislang die Kirmes stattfindet, als alternativen Festplatz zum Beispiel für Zirkusveranstaltungen zu prüfen. „Das ist ein Platz, der helfen kann. Die Beschränkungen dort sind jedoch sehr eng.“ Wahrscheinlich müsste dann ein anderer Platz für die Kirmes gesucht werden.

Vor allem am Neumarkt soll die Zahl der Veranstaltungen deutlich reduziert werden. Kahlen verbindet damit den Wunsch, dass schon bald mit dem Umbau des Platzes begonnen werden kann. „Wenn der Neumarkt aufgewertet worden ist, wird man automatisch eine höhere Qualitätsmesslatte bei Großevents anlegen.“ Zurzeit ist der Neumarkt an mehr als zwei Dritteln aller mit Zelten und Verkaufsständen von Märkten oder „Erlebnistagen“ belegt. 2007 sind nur 105 Tage „nutzungsfrei“. Das soll sich schon 2008 ändern. Das „Oktoberfest“ muss umziehen, die Bierbörse, aber auch ruhigere „Informationsveranstaltungen“ wie die Rheinischen Immobilientage stehen auf dem Prüfstand. Schwierig wird der Umgang mit dem Circus Roncalli, der auf dem Platz das rechtlich angreifbare Privileg genießt, als einziger Zirkus direkt in der Innenstadt spielen zu können.

Karneval darf bleiben

Nicht gefährdet sind die Karnevalsveranstaltungen und die Weihnachtsmärkte. Auch der Christopher Street Day genießt mittlerweile Sonderrechte. Strittig ist die Zukunft des „Weltkindertages“, der in Tanzbrunnen und Rheinpark umziehen könnte. „Da schlagen zwei Seelen in meiner Brust“, sagt Kahlen. Die Kinder und Eltern hätten dort mehr Platz, andererseits verliere der Tag dann „seine Visualität“, die zur- zeit auch für eindrucksvolle Fernsehbilder genutzt werden kann.



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