Von DOGAN MICHAEL ULUSOY, 21.06.07, 23:55h, aktualisiert 22.06.07, 00:05h
Kein Einzelfall
Das ist kein Einzelfall. Immer mehr Betrüger legen sich im Web die Identität anderer User zu. Mit den geklauten Daten treten virtuelle Doppelgänger als Verkäufer in Internet-Auktionshäusern auf und schädigen ehrliche Käufer. Selbst vor perfiden Rufmord kampagnen schrecken sie nicht zurück. Experten sprechen von einer alarmierenden Entwicklung. Ebay-Sprecherin Maike Fuest bestätigt die Entwicklung des Identitätklaus: „Ja, es gab einige Fälle.“
Deshalb seien auch die Sicherheitsmaßnahmen erhöht worden. „Wir führen zusätzliche Prüfungen in Fällen durch, in denen wir auf möglicherweise unseriöse Verhaltensweisen aufmerksam werden“, legt Maike Fuest dar. Wenn jemand etwa bislang nur im kleinen Umfang gekauft oder verkauft habe und dann plötzlich eine große Anzahl hochpreisiger Artikel einstelle, falle das schon ins Auge. „In solchen Fällen kontaktieren wir den User und verlangen zusätzliche Angaben.“ Zudem müssen alle Teilnehmer des Powerseller-Programms das PostIdent-Verfahren zur Überprüfung ihrer Identität durchlaufen, bei dem die Anmeldedaten mit den Daten des Personalausweises abgeglichen werden. Außerdem haben alle Mitglieder, die auf freiwilliger Basis ihre Identität durch das PostIdent-Verfahren prüfen lassen, die Möglichkeit, einen Identitätsschutz zu aktivieren. Dadurch ist keine Anmeldung mehr unter den Daten eines Mitglieds möglich, das diesen Identitätsschutz aktiviert hat. Doch Maike Fuest stellt klar, dass das PostIdent-Verfahren nicht für alle verpflichtend ist. „Wir wollen den Nutzern den Zugang zum Marktplatz nicht durch unangemessen hohe Hürden erschweren. Die Durchführung des PostIdent-Verfahrens kostet mehr als sechs Euro und ist für den Kunden auch mit einem hohen zeitlichen Aufwand verbunden.“
Dass Ebay ein PostIdent-Verfahren nicht für alle verpflichtend einführt, kann Hans-Georg Eßer, Chefredakteur des Computermagazins EasyLinux, nicht nachvollziehen. Nur über diesen Weg sei höchstmöglicher Schutz gegeben. Im Grunde sei es simpel, die Identität anderer Leute zu klauen. „Man muss nur private Homepages durchforsten. In jedem Impressum finden sich Name und Anschrift.“ Beides reiche aus, einen Mail-Account bei gmx oder hotmail zu eröffnen. Bei Ebay müsse man zusätzlich noch das Geburtsdatum angeben. Für Betrüger auch kein Problem: „Das Internet ist voll von Lebensläufen mit Geburtsdatum.“ Er selbst hat auf seiner Website zur Sicherheit nur noch das Geburtsjahr stehen.
Hohe Dunkelziffer
Laut dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik in Bonn (BSI) gibt es keine Zahlen über das Ausmaß des Identitätsdiebstahls, da die allermeisten Fälle nicht zur Anzeige kämen. Die Dunkelziffer sei sehr groß, betont BSI-Sprecher Matthias Gärtner. „Wir stellen in letzter Zeit eine Zunahme der Anfragen zu dem Thema fest.“ Der Düsseldorfer Anwalt und Experte für Internet-Kriminalität, Tobias H. Strömer, spricht von einer gigantischen Betrugswelle. „Der Weg zum Anwalt ist oft ein vergebliches Unterfangen. Denn das Medium Internet bietet Betrügern Anonymität.“ Die Folge: Die meisten Betroffenen würden auf ihrem Schaden sitzen bleiben. Und der sei nicht immer nur materieller Art. Denn immer häufiger sehen sich Menschen auch mit perfiden Rufmordkampagnen konfrontiert. Es gebe Fälle, in denen Kriminelle private Homepages ins Netz stellen, die nicht sie selbst, sondern eine andere Person darstellen würden. Alle Angaben würden stimmen: Bild, Lebenslauf, Hobbys. Nur ein Detail würde abweichen: Dass man etwa drei Mal wegen Diebstahls vorbestraft sei. Sehr verbreitet sei auch, dass Leute sich unter falschen Namen in Foren anmelden und Behauptungen über andere machen würden. „Heutzutage schickt man keine Schlägertrupps mehr, sondern schädigt Mitbürger online. Es handelt sich um eine einfache Methode, jemanden so richtig fertig zu machen.“
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige
22. April 2012,
E-Werk Köln
Vermisste Schülerin bei Bekannten entdeckt
Schwaches Bayer verliert beim BVB
![]() |
Mahjongg Fortuna » 2337 Spieler |
![]() |
Zuma » 1507 Spieler |
![]() |
Bookworm » 1263 Spieler |
![]() |
Bubble Shooter » 1034 Spieler |
![]() |
Bejeweled 2 » 956 Spieler |