Erstellt 24.05.07, 18:28h, aktualisiert 25.05.07, 16:27h
Giordano hatte die Errichtung der Zentralmoschee vergangene Woche im "Kölner Stadt-Anzeiger" abgelehnt. Sie stelle ein falsches Signal dar, da die Integration der Muslime nicht gelungen sei. Am Donnerstag bekräftigte der Publizist seine Haltung. Er sei "generell" gegen die Errichtung von Großmoscheen in Deutschland, sagte er der "Jüdischen Allgemeinen". Damit fühle er sich dem fortschrittlichen Teil der Muslime eng verbunden.
Runder Tisch für Integration: Moscheebau wichtig
Unterdessen erklärte der Runde Tisch für Integration in Köln, die 100.000 Muslime in der Stadt bräuchten Räume, um gemäß ihrer Religion leben zu können. Der "repräsentative" Bau könne einen wichtigen Beitrag zum Zusammenleben mit islamischen Gläubigen leisten. "Denn die Moschee bietet ihnen die Möglichkeit zur Identifikation und damit - so hoffen wir - zur Integration."
Außerdem wecke das Gebäude Neugierde und damit Interesse "für die andere Religion", so der Runde Tisch. Wenn Rechtsextreme den Bau benutzten, um Ausländerfeindlichkeit zu schüren, müsse man dem entschieden entgegentreten. Dem 1991 gegründeten Runden Tisch gehören Persönlichkeiten aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Verbänden, Medien, Kirchen, Judentum und Islam an. Ihn eint nach eigenen Angaben das Motto "Gemeinsam sind wir Köln".
Am Dienstag öffentliche Anhörung
Die Minarettmoschee im Kölner Stadtteil Ehrenfeld soll 1.200 Gläubigen Platz bieten. Architekt Paul Böhm hat seinen ersten Entwurf inzwischen geändert, weil die geplante Kuppel und die 55 Meter hohen Minarette nicht dem Bebauungsplan entsprechen. Der Bauherr, die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (Ditib), will Ende des Jahres mit dem Abriss der alten Moschee beginnen. Gegen den Moscheebau protestiert besonders die rechtsexteme Organisation "Pro Köln". Zu einer öffentlichen Anhörung am Dienstag werden mehrere hundert Bürger erwartet. (kna)
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