Von JÜRGEN KISTERS, 09.07.07, 11:46h
Allerdings wäre Claus Riemann kein neugieriger und eigenwilliger Künstler, wenn er nicht seine ganz eigene bildliche Variante dieser auf die außerhalb unserer Vernunftkontrolle angesiedelten seelischen Schichten zielende Kunst- und Lebenssicht gefunden hätte. Aus vielen kleinen Alltagsmaterialien entwickelt der 1947 in Bonn geborene, heute in Köln lebende Künstler collageartig und mit sorgfältiger malerischer Konturierung seine reliefartigen Bilder. Aufgrund dieser speziellen Verbindung von Materialcollage und Malerei, figurativer und abstrakter Gestaltung sind sie stets in doppelter Hinsicht interessant. Einerseits zeigen sie das sinnliche, vieldeutige Geheimnis, das den Dingen jenseits ihres Zweckgebrauchs innewohnt. Zum anderen führen sie in verrückte Welten hinein, in denen viele unserer vertrauten Verhältnisse ganz schön schief stehen. Fast immer erscheinen Riemanns Reliefbilder wie fantastische Landschaften: mit magischen Sonnen und mystischen Monden, abgründigen Unterwasserzonen und einer Erdoberfläche, aus der Tempel, Türme und allerhand kuriose Pflanzen in bezaubernder Unheimlichkeit heraus wachsen.
Solche Szenen sind unseren nächtlichen Träumen ähnlicher als der vernünftigen Alltagswahrnehmung, obwohl oder gerade weil sie mit jedem Element auf die vertrauten Alltagsdinge verweisen. Die verzwickten Kompositionen berühren die ewige Dauer der Natur und den langen Atem einer Jahrtausende alten Kulturgeschichte. Und sie machen sichtbar, dass das Gesetz der Welt die ständige Metamorphose ist.
Geschickt nutzt Riemann, der lange im Broterwerb als Illustrator arbeitete, Stilzitate aus der Kunstgeschichte von der niederländischen Malerei bis zur Pop-Art, manchmal auch einen Hauch von Orientalismus. Die Welten, die er zeigt, sind vielfach gebrochen, die Orte seiner sehnsuchtsvollen Blicke unerreichbar. Sie sind voller Sicherheiten und Unsicherheiten, guter Geister und Dämonen, spielerischer Möglichkeiten und tückischer Fallen. Eine Kunst, die unsere Selbstverständlichkeiten derart bezaubernd in Fremdheiten umzuverwandeln vermag, lässt niemanden unberührt. Und das macht Claus Riemann ganz sicher zum Geistesverwandten seiner surreal inspirierten Maler-Vorfahren, die unter anderen Max Ernst, Salvador Dali, Arnold Böcklin und Hieronymus Bosch hießen.
Die Ausstellung in der Kirche St. Clemens, Mülheimer Ufer, ist bis 22. Juli samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige
22. April 2012,
E-Werk Köln
![]() |
Mahjongg Fortuna » 2337 Spieler |
![]() |
Zuma » 1507 Spieler |
![]() |
Bookworm » 1263 Spieler |
![]() |
Bubble Shooter » 1034 Spieler |
![]() |
Bejeweled 2 » 956 Spieler |