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Zwischen Streit- und Spielkultur

Von CHRISTIAN LÖER, 19.07.07, 20:19h, aktualisiert 19.07.07, 23:26h

Im Trainingslager in Kärnten treten Differenzen zwischen Trainer und Manager des 1. FC Köln deutlich zutage. Christoph Daum hätte gerne neue Spieler, Michael Meier stellt dafür kein weiteres Geld zur Verfügung.

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Christoph Daum (l.) und der FC-Manager Michael Meier.
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Christoph Daum (l.) und der FC-Manager Michael Meier.
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Strecken und Schwitzen: Ümit Özat, Salvatore Gambino und Milivoje Novakovic (v.l.)
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Tröpolach - Am Morgen hat Youssef Mohamad eine erste leichte Trainingseinheit mit dem 1. FC Köln absolviert, jetzt sitzt er im Mannschaftsquartier in Tröpolach und erzählt, was ein neuer Spieler nach seinem ersten Training mit den neuen Kollegen so erzählen kann. „Ich bin sehr froh, hier zu sein. Die Spieler waren sehr freundlich zu mir, jeder hat mir die Hand geschüttelt. Jetzt will ich versuchen, gute Leistungen für den 1. FC Köln zu zeigen“, so die netten Worte des Innenverteidigers.

Youssef Mohamad ist jedoch nicht bloß ein freundlicher Junge und herausragender Verteidiger, er ist auch der vorerst letzte Neuzugang für das Team von Christoph Daum. Das überrascht ein wenig, denn der Trainer hatte noch vor ein paar Tagen angekündigt, dass es nach Mohamads Verpflichtung zwar vielleicht kein Budget für weitere Verpflichtungen geben würde, das aber nichts daran ändere, dass weiter Bedarf bestehe.

Und weil Christoph Daum nicht gerade ein Meister der Kompromissfindung ist, hat er gleich eine Lösung nach seinem Geschmack präsentiert: Wenn kein Geld mehr da ist, muss man sich eben neues besorgen; man könne ja mal bei Gesamtgeschäftsführer Claus Horstmann und den Sponsoren nachfragen, was noch machbar sei.

Daraus ist aber nichts geworden, Daum ist mit seinem Plan kräftig abgeblitzt. Manager Michael Meier hat gleich nach seiner Ankunft in Kärnten seinem Cheftrainer vorgetragen, wie es nun weitergehen wird mit dem Verpflichten neuer Spieler. Nämlich überhaupt nicht. „Wir haben schon vor Monaten gemeinsam einen Personalplan aufgestellt und alles weitgehend realisieren können. Wir müssen nun sehen, dass wir die Positionen, die nach Ansicht des Trainers nicht so gut besetzt sind, aus den eigenen Reihen besetzen.“

Christoph Daum ist davon alles andere als begeistert, schließlich hatte er noch die Verpflichtung eines Außenverteidigers sowie vor allem eines defensiven Mittelfeldspielers zur absoluten Notwendigkeit erklärt. Michael Meier bleibt jedoch dabei: Man habe Daum genau die Spieler auf den Trainingsplatz gestellt, auf die man sich geeinigt habe: Drei für die Abwehrkette (McKenna, Ümit Özat und Mohamad), einen für die Offensive (Vucicevic) und am Ende sogar noch spontan einen Torhüter (Mondragon). Und einen für das defensive Mittelfeld, einen sogenannten „Sechser“, natürlich auch. „Der Sechser, das ist Antar“, stellt Meier fest. Das mag auf dem Papier so stehen, und Roda Antar präsentiert sich in diesen Tagen auch als hervorragender Fußballer - jedoch gewiss nicht als Zweikampfmonster im defensiven Mittelfeld.

Auch auf den Außenverteidiger-Positionen gibt es keine echten Alternativen zu Ümit Özat, sei es nun rechts oder links. „Es war wohl eine Todsünde, öffentlich zu sagen, dass man hier auf Verbesserungen aus ist“, sagt er säuerlich. Dass Meier nun vehement den Deckel auf das Thema Neuverpflichtungen geknallt hat, nimmt Daum betont gelassen hin. „Es hat zu keiner Zeit Missverständnisse gegeben“, sagt der Trainer. Michael Meier bemühte sich gestern um Normalität. Meinungsverschiedenheiten zwischen einem Trainer, der die besten Spieler für sein Team will, und dem Manager, der diese Spieler bezahlen muss, seien üblich. „Christoph Daum ist ein Typ, der Spieler am liebsten aus eigener Tasche bezahlen will, wenn er überzeugt ist. Aber so geht das nicht. Wir haben uns intern ordentlich die Meinung gegeigt. Aber wir brauchen auch so etwas wie Streitkultur.“



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