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Sieben Tiere im Park verendet

Von MARION EICKLER, 23.07.07, 21:15h

In diesem Jahr starben bereits sieben Tiere im Lindenthaler Tierpark aufgrund falscher Fütterung durch die Besucher; allein fünf Schafe und Ziegen innerhalb der letzten zwei Wochen. Sie vertragen oft das mitgebrachte Futter der Besucher nicht - der Park-Vorsitzende spricht gar von "Futtermorden".

Schafe und Ziegen vertragen nicht jedes Futter. In diesem Jahr starben bereits sieben Tiere im Lindenthaler Tierpark aufgrund falscher Fütterung durch die Besucher.

Sieben tote Tiere, fünf Ziegen und zwei Soay-Schafe, beklagt der Lindenthaler Tierpark in diesem Jahr. Fünf Tiere starben allein in den vergangenen 14 Tagen. Gestern fanden die Tierpark-Mitarbeiter den Ziegenbock Pittermann verendet - mit aufgeblähtem Bauch. Alle Tiere starben aufgrund falscher Fütterung, wie der Tierarzt Stefan Augustiniok jeweils festgestellt hat. Der Vorsitzende des Fördervereins Lindenthaler Tierpark, Heribert Resch, weiß sich nicht mehr zu helfen. Denn die „Futtermorde“, wie Resch sie mittlerweile nennt, geschehen, obwohl an vielen Stellen im Tierpark Warnhinweise angebracht sind. In seiner Not appelliert er an die Öffentlichkeit: „Sieben tote Tiere in einem halben Jahr, das gab es noch nie. Wir hatten im ganzen Jahr 2006 nur zwei verendete Tiere. Hört endlich auf, mitgebrachtes Futter im Park zu verfüttern!“

Augustiniok obduzierte gestern auch den Ziegenbock. „In Pittermanns Pansen fand der Arzt schimmelige Kastanien“, berichtet Resch. Irgendwer verfüttere immer noch seine vermutlich im vergangenen Herbst gesammelten, aber inzwischen längst verdorbenen Rosskastanien an die Tiere, vermuten die Mitarbeiter. „Pittermann und die anderen sind qualvoll verendet“, meint Heribert Resch deprimiert und beschreibt die Folgen falscher Fütterung: „Es bilden sich Gase im Leib der Tiere in so großer Menge, dass sie erst auf das Zwerchfell, dann auf die Lungenflügel drücken. Die Tiere ersticken langsam.“ Auch Brot und Kohl vertragen Ziegen und Schafe nicht.

Resch setzt ab sofort auf ein rigoroses Vorgehen. „Wir haben das Personal angehalten, jeden Besucher zu kontrollieren, bei dem sie sehen, dass er Futter mitgebracht hat.“ Doch weiß auch der Vorsitzende des Fördervereins, dass das angesichts des Besucherandrangs besonders an Wochenenden kaum zu leisten ist, und bittet daher alle Tierfreunde: „Kaufen Sie das Futter aus den Automaten. Damit unterstützen Sie noch den Tierpark.“ Und wer partout nicht davon abzubringen sei, Futter mitzubringen, möge es doch unaufgefordert dem Personal zeigen, denn das wisse, welches Tier was verträgt.



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