Von NORBERT KURTH, 24.07.07, 21:44h
Coenen verständigte den Service seines Anbieters, der Firma Netcologne. Als er am zweiten Tag von dort nichts hörte, rief er erneut an. Nachdem er zig Nummern eingegeben und sich so zu einer menschlichen Stimme vorgearbeitet hatte, erklärte die: „Wir arbeiten dran.“ Es verging Tag um Tag, und immer, wenn er nachfragte, hieß es: „Wir arbeiten dran.“ Langsam, aber sicher wurde Coenen sauer. Für den Notfall hatte er zwar sein Handy, das war nicht das Problem. Aber das Alltagsgeschäft - dazu braucht er Fax und Internet - begann zu leiden. Coenen leitet zwei große landwirtschaftliche Betriebe und handelt mit Getreide und anderen Produkten. „Da sind auch Warentermingeschäfte dabei. Und das geht nur mit Internet.“
Fehler im Kabel
Nach zehn Tagen gab es immerhin zwei Reaktionen des Telefonanbieters. Coenen war jetzt wieder über die Festnetznummer zu erreichen. Netcologne hatte die Nummer auf sein Handy aufgeschaltet. Wenig später ließ das Unternehmen die Familie wissen, dass der Fehler im Kabel der Telekom liege. Der Hinweis war für die Familie wenig hilfreich. Aber auch der Besuch im Bergheimer Geschäft von Netcologne und das Fax an eine spezielle Beschwerdestelle der Firma von dort aus halfen wenig. Am 12. Juli seien Mitarbeiter eines beauftragten Unternehmens aufgetaucht und hätten erklärt, es liege an der Leitung. Dies teilte Netcologne dann später auch noch einmal mit - weiter aber geschah nichts. Irgendwann in den folgenden Tagen ging Bernd Coenens Geduld zu Ende. Er beauftragte seinen Anwalt, dem Telefonanbieter zu schreiben. Das geschah. Und weil der Anwalt nicht nur auf Vertragserfüllung pochte, sondern auch mögliche Schadenersatzforderungen erwähnte, ging dann vermutlich alles ganz schnell. „Seit Freitag klingelt es wieder“, freut sich Jutta Coenen. Und die Reparatur sei relativ einfach gewesen. Die letzte Etappe der Telefonleitung liegt nämlich nicht tief in der Erde, wie zunächst vermutet, sondern ist als Oberleitung verlegt.
Netcologne bedauert den Vorfall. „Nachdem wir festgestellt hatten, dass der Fehler bei der Telekom lag, konnten wir die nur bitten, den Schaden zu beheben“, sagte Netcologne-Pressesprecherin Eva Krüger. Es gebe zwischen den Unternehmen Vereinbarungen darüber, wie lange so etwas dauern dürfe. Womöglich sei die Telekom aber auch wegen des vorangegangenen Streiks nicht beigekommen. Bernd Coenen hegt allerdings den Verdacht, dass es schneller gegangen wäre, wenn mehr Kunden betroffen gewesen wären. „Aber da hingen ja nur wir dran.“
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