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Asiaten treiben Milchpreise

Von EVELYN BINDER, 29.07.07, 19:28h, aktualisiert 30.07.07, 16:28h

Die weltweite Nachfrage nach Milch und Milchprodukten übersteigt derzeit bei weitem das Angebot. Die Folgen werden deutsche Verbraucher in den kommenden Tagen zu spüren bekommen: Milchprodukte werden teurer.

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Milch wird teurer, weil die Nachfrage auf den Weltmärkten kräftig steigt. Das Angebot kann die Nachfrage bei weitem nicht decken.
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Milch wird teurer, weil die Nachfrage auf den Weltmärkten kräftig steigt. Das Angebot kann die Nachfrage bei weitem nicht decken.
Köln - Der Butterberg der EU ist weggeschmolzen, der Milchsee ausgetrocknet. Die weltweite Nachfrage nach Milch und Milchprodukten übersteigt derzeit bei weitem das Angebot. Die Folgen bekommen deutsche Verbraucher in den kommenden Tagen zu spüren: Um bis zu 50 Prozent oder 40 Cent wird sich in dieser Woche ein Päckchen Butter verteuern, für einen Liter Milch werden an der Kasse zehn Cent mehr fällig, sagt die Zentrale Markt- und Preisberichtstelle in Bonn. Auch für Käse, Joghurt und Quark müssen deutsche Verbraucher deutlich tiefer in die Tasche greifen. Entsprechende Preiserhöhungen hat nach Nordmilch (Milram) auch der Milchverarbeiter Humana (Ravensberger) durchgesetzt.

Die Lager sind leer

„Die Nachfrage steigt derzeit stärker als die Produktion. Außerdem sind die Lager leer“, sagt Hermann Cordes, Nordmilch-Sprecher. Milch werde somit zu einem knappen Gut. „Und knappe Güter haben meistens höhere Preise.“ Das ist für viele Verbraucher auch deshalb bitter, weil die letzte Preiserhöhung kaum zwei Monate zurückliegt.

Lagerten vor knapp vier Jahren noch 223 000 Tonnen Butter in den Kühlhäusern der EU, findet sich dort heute nicht einmal mehr ein Flöcken. Mitte Juni hat die EU-Kommission angesichts der kräftig gestiegenen Weltmarktpreise die letzten verbliebenen Exporterstattungen für Milchprodukte auf null gesetzt.

Für die Rohstoffengpässe auf den Weltmärkten machen Experten nicht nur die Dürre und schlechte Ernten - etwa in Australien - verantwortlich. Vor allem die zunehmende Nachfrage aus Asien treibt die Preise. Der wachsende Wohlstand in China und Indien führe dort auch zu höherem Nahrungsmittelverbrauch, sagen Experten. Zwar konsumieren Chinesen nur 21,7 Kilo Milchprodukte im Jahr - ein Fünftel des Weltdurchschnitts -, bei 1,3 Milliarden Chinesen kommt da aber schon ein gewaltiger Bedarf zusammen, den die Bauern im eigenen Land bei weitem nicht befriedigen können. Besonders stark wächst in Folge des jüngsten Babybooms in China vor allem die Nachfrage nach Milchpulver. Für manche Molkerei ist es da deutlich lukrativer, Milchpulver für den Weltmarkt zu produzieren als Frischmilch für den deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Die Folge: In den Verhandlungen mit großen Handelsketten konnten viele Molkereien deutliche Preissteigerungen durchsetzen.

Schokolade wird teurer

Nicht nur Milchprodukte, auch Schokolade wird teurer. Aufgrund von Produktionsschwierigkeiten in den westafrikanischen Ländern Elfenbeinküste und Ghana seien Rohstoffpreise „innerhalb eines Jahres um 20 bis 30 Prozent gestiegen“, sagte Torben Erbrath vom Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie. Dies gilt vor allem für Kakao und Kakaoprodukte. (mit ddp)



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