Schriftgröße

Wo man kinderleicht den Affen kriegt

Von SUSANNE HARDT, 01.08.07, 21:57h

Im letzten Teil der Sommerserie geht's ins Oberbergische Land. Dieses bietet Freizeitvergnügen in wunderschöner Landschaft. Einen Besuch lohnen etwa Schloss Homburg oder der Affen- und Vogelpark Eckenhagen.

BILD: SUSANNE HARDT
Bild vergrößern
Im Affen- und Vogelpark Eckenhagen überprüfen Berberaffen, was der Besuch so zu fressen mitgebracht hat.
BILD: SUSANNE HARDT
Bild verkleinern
Im Affen- und Vogelpark Eckenhagen überprüfen Berberaffen, was der Besuch so zu fressen mitgebracht hat.
BILD: SUSANNE HARDT
Bild verkleinern
Für Frischluft-Freunde: Rundblick von Schloss Homburg.
BILD: SUSANNE HARDT
Bild verkleinern
Der Campingplatz beim Freizeit Camp Aggertalsperre.
BILD: SUSANNE HARDT
BILD: SUSANNE HARDT

Gummersbach - Kein Zweifel, Pascha ist hier der Chef. Wenn sich einer der halbstarken Berberaffen erdreistet, die vier Wochen alten Baby-Äffchen zu zickeln, dann gibt es ruck, zuck ein paar auf die Finger. Packt dann einer der Besucher etwas aus, das die munteren Gesellen für essbar halten, macht sich die Affenbande sofort daran, es zu klauen. Das muss keine Kokosnuss sein. Auch Bananen, Äpfel oder Körner stehen hoch im Kurs. Niemand nimmt den kleinen Banditen den Mundraub übel. Im Gegenteil. Große und kleine Gäste sind immer wieder von dieser Attraktion im Affen- und Vogelpark Eckenhagen begeistert.

Vor 27 Jahren gründete der Konrad-Lorenz-Schüler Werner Schmidt den Vogelpark im oberbergischen Reichshof. Schnell kamen die Affen dazu, von Jahr zu Jahr wuchs das Unternehmen. Heute präsentiert es sich auf 18 Hektar als attraktive Mischung aus Erlebniszoo und Freizeitpark. Rund 160 000 Besucher zieht es jährlich dorthin. Das Geheimnis des Erfolges ist so simpel wie faszinierend: Da gibt es vermeintlich frei herumlaufende Tiere zu bestaunen und zu streicheln. Die Zäune ums Affengehege oder die Netze über den Freiflughallen nimmt kaum einer wahr.

Weil das allein auf die Dauer selbst Fachidioten ermüdet, mischte Schmidt Karussells, Schaukeln und andere Fahrgeschäfte in die Tierschau. Darunter Attraktionen wie der „Nautic-Jet“, einem Bötchen, in dem man erst eine Rampe hochgezogen wird, um dann damit in einen Tümpel zu springen. Für die ganz Kleinen gibt es diesen Knüller noch mal in gemäßigter Form in der „Erlebnishalle“ gleich neben dem Eingang. Sie sausen dort in einem grünen Frosch ins Wasser.

Apropos: Dieser „Indoor“-Spiel platz ist das, was andernorts als solitäres Vergnügen angeboten wird - Hüpfhügel, Kletterwand, Trampoline, Rutschen, Karussells. Integriert ist der Imbiss, an dem sich die Kinder und ihre Eltern mit Speis und Trank versorgen können. Weiterer Effekt und Nutzen dieses Tobe-Paradieses: Der Spaß in der Halle macht wetterunabhängig. Wer es beschaulich-rustikal liebt, kann sich eine der Holzhütten auf dem Gelände kostenlos reservieren lassen und auf der Veranda dieser Häuschen mit der Familie und mit Freunden grillen.

Wer mehr sehen und erleben möchte, kann über Reichshofer Dörfer zum Schloss Homburg fahren. Hier ist schon der Weg ein bisschen Ziel. Mal eröffnen sich kurz vor Heischeid famose Fernblicke, mal schlängelt sich die Nebenroute zwischen Rölefeld und Winterborn durch ein weites Tal von geradezu verwunschener Schönheit.

Schloss Homburg selbst lockt mit seiner heimathistorischen Sammlung, Themenführungen gibt es auf Anfrage. Das schmucke gelbe Gebäude, das gar nicht so alt ist, wie es ausschaut, thront auf der Kuppe eines Hügels. In der heutigen Form ließ es Graf Ernst von Sayn-Wittgenstein 1635 errichten, aber die Berleburger Linie dieses Geschlechts, die im 18. Jahrhundert die Verwaltung übernahm, ließ die Burg verfallen. Erst 1904 wurde der Prozess gestoppt und mit der Sanierung begonnen. 1926 zog dort ein heimatkundliches Museum ein. Aus dieser Keimzelle entstand das heutige Museum Schloss Homburg des Oberbergischen Kreises.

Kombinieren lässt die geschichtliche Exkursion in diesem alten Gemäuer (unbedingt auf den Turm steigen und den Rundumblick genießen!) mit kleinen Wanderungen in der Umgebung. Ausgearbeitet haben die Wege die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und die Biologische Station Oberberg, die im „Roten Haus“ unterhalb des Schlosses residiert. Angeboten wird der „Wanderpfad“, der „Lernpfad“ und seit einem Jahr der „Klangpfad“. Für den Lernpfad leiht die Biologische Station gegen fünf Euro Gebühr Rucksäcke mit allen Utensilien für die „Aktionen“ im Gelände aus. Also mit Becherlupe, Hammer, Schutzbrille, Augenbinde und Bestimmungstafeln für Flora und Fauna. Zu empfehlen sei hier der „Klangpfad“, der nur zwei Kilometer lang ist und in Nümbrecht am Aussichtsturm endet. Da gibt es unter anderem das Baum-Xylophon, eine Art Schaukelgestell, an dem verschiedene Stammstücke baumeln. Werden sie angeschlagen, liefern sie verschiedenste Töne. Weitere Stationen sind der „Vogelwecker“ und die „Streuobstwiese“.

Wem nun der Sinn nach einer kleinen Abkühlung steht, der fährt zur Aggertalsperre. An deren Ufer befindet sich in Gummersbach-Lantenbach das Freizeit Camp Aggertalsperre. Auf dem Campinggelände sind Badegäste willkommen. Auf der Wiese direkt am Wasser können sie sich niederlassen und vor allem mit Kindern entspannt im Wasser planschen. Denn hier geht es seicht in den Stausee, nicht so steil wie an den übrigen Stellen des Ufers.

Auf die Kinder aufpassen müssen allerdings die Eltern selbst, denn es gibt hier keinen Bademeister. Wem diese Aufsicht wichtig ist, kann ein paar Hundert Meter entfernt ins städtische Strandbad Bruch fahren, das sich am Vorstaubecken der Aggertalsperre befindet. Auch an diesem See geht es ganz sanft ins naturtrübe Wasser. Im Bad gibt es allerdings nicht wie im Freizeit Camp die Möglichkeit, den großen See mit Tret-, Ruder- und Paddelbooten zu erkunden, die man sich dort ausleihen kann. Wer dann um die Halbinsel herum in den Rengse-Arm der Talsperre rudert, könnte fernab von Straßenlärm und Alltagshektik den Wunsch verspüren, einfach dazubleiben. Kann er auch - wenn er zufällig ein Zelt im Kofferraum hat. Am Ufer des Campingplatzes ist meist noch ein Plätzchen frei.

 www.ksta.de/daheim



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Newsticker


Anzeige


Anzeige




Bildergalerien


Extra


Aktion


Das Musik-Event 2011



Die Bahnhofsreporterin


WAS.WANN.WO.


Aktuelle Verkehrsinfos


Neue ksta.tv-Videos aus der Region


RHEINLAND WETTER


Aktion


Twitter


Top-Links (Anzeige)


Stadtmenschen Community


Extra


Dienste