Erstellt 12.07.07, 14:30h
Es werde den von der GDL geforderten eigenen Tarifvertrag für das Fahrpersonal nicht geben, betonte der Vorstandschef der Deutschen Bahn. Es gebe aber jenseits dieses Vertrages Spielräume: Als Beispiel nannte er die Frage von Ausbildungsplätzen und anderen Rahmenbedingungen. Details wolle er aber vor dem Gespräch nicht nennen. Der mit den beiden übrigen Gewerkschaften Transnet und GDBA erzielte Tarifabschluss von 4,5 Prozent mehr Lohn und einer Einmalzahlung von 600 Euro sei aber sehr attraktiv. Er koste die Bahn einen erheblichen dreistelligen Millionen Betrag.
Ein neuer Streik führe nicht weiter. "Ihr habt gezeigt, dass ihr ziemlich stark seid, wir sind tief beeindruckt", sagte der Bahnchef in Richtung GDL. Er gehe offen und einigungswillig in das Gespräch mit Schell. "Ich will kein Öl ins Feuer gießen", sagte er. Mehdorn sagte, jeder Streiktag koste die Bahn einen zweistelligen Millionen-Betrag. Personalvorstand Margret Suckale ergänzte, dennoch wolle man mögliche Schadenersatzansprüche gegen die GDL nicht in den Mittelpunkt stellen. Man prüfe dies, wolle sich aber in erster Linie mit der GDL verständigen.
Arbeitsgerichte hatten die angelaufenen GDL-Streiks am Dienstag per einstweiliger Verfügung gebremst. Am Sonnabend soll in mündlicher Verhandlung beim Arbeitsgericht Mainz deren Rechtmäßigkeit vertieft geprüft werden.
Auf die Frage, ob die Streikkosten in diesem Jahr zu höheren Fahrpreisen führen könnten, gab sich Mehdorn bedeckt. Zum einen machten sich auch die hohen Energiepreise bemerkbar, Preiserhöhungen seien aber derzeit kein Thema. Er könne sie jedoch auch nicht definitiv ausschließen. (rtr)
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