Von ANDREAS POULAKOS, 07.08.07, 23:13h
Schrowanges Auftrag besteht darin, der jungen Generation zu zeigen, dass es Auswege aus diesem gesellschaftlichen Dilemma gibt. Zusammen mit seinen Mitarbeitern von der „Justice Development and Peace Commission“ in der Erzdiözese Ibadan hat er an den örtlichen Gymnasien ein Programm zur Friedenserziehung gestartet. Gemeinsam mit moslemischen wie christlichen Schülern diskutiert er über Frauen- und Menschenrechte und über die Rechte und Pflichten eines demokratischen Bürgers. „Wir animieren die Schüler dazu, einen Friedensclub zu gründen. Wir hoffen, dass wir so einen Prozess in Gang setzen.“
Weitere Projekte, die Schrowange organisiert oder denen er beratend zur Seite steht, sollen den Graben zwischen den Religionen überwinden. „Wir veranstalten Konferenzen für christliche und moslemische Geistliche, die zur Konfliktbewältigung zwischen den Religionen beitragen sollen.“ Weiter unterstützt er die unabhängige Presse und tritt selbst als Journalist in Erscheinung.
Für Menschen, deren Angehörige im Gefängnis sitzen, ist Schrowange Ansprechpartner. „Mehr als 70 Prozent der Häftlinge in Ibadan sitzen in U-Haft. Zum Teil schon seit Jahren.“ Für diese Fälle kann Schrowange auf die Hilfe von Anwälten zurückgreifen. Doch vor allem in der Bildung von Netzwerken sieht Schrowange eine Chance für den Frieden. „Einige bleiben erhalten, auch wenn ich nicht mehr im Land bin.“
„Ein einzelner Sozialarbeiter ändert kein System“, sagt Schrowange selbstkritisch. „Aber wir können kleine Prozesse in Gang setzen, die vielleicht eines Tages große Wirkung haben.“
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