Von UWE SCHÄFER, 08.08.07, 22:20h
„Wir sahen keine andere Möglichkeit“, begründet Marianne Arndt, Gemeindereferentin der katholischen Gemeinde St. Mauritius Buchheim / Buchforst und Mitglied des Arbeitskreises, die getroffene Entscheidung, das katholische Vereinshaus abzugeben. Das Lokal stand leer, seit sich die Gemeinde von der letzten Wirtin im Frühjahr trennte - der Umsatz stimmte einfach nicht. „So war das Haus einfach nicht mehr finanzierbar“, erläuterte Arndt.
Nun zieht hier in den nächsten Wochen das Jugendprojekt der Diakonie ein, das die Räume der Gaststätte und der darüber liegenden Wohnung anmieteten und mit zwei von der Stadt finanzierten Sozialarbeiter-Stellen das offene Jugendhaus betreiben will. Nachdem der Pfarrgemeinderat zustimmte, gingen die Beteiligten an die Öffentlichkeit und stellten das Projekt beim Runden Tisch des Bürger- und Heimatvereins Buchheim vor.
Hier gab es neben Zustimmung auch Kritik. Karl Plum von der KG Mülheimer Narrenzunft und Anton Smolarek vom Sportverein DJK Victoria Buchheim bedauerten, dass viele Vereine nun keine Räume für einen Treffpunkt hätten. Beide Vereine hatten das Lokal als Versammlungsraum genutzt. „Wir sind daher nicht glücklich über die Entwicklung“, so Smolarek. Gustav Denecke, katholischer Gemeindepfarrer von Buchheim und Buchforst, versuchte dagegen die Vereine zu besänftigen: „Den Vereinen bleiben sowohl Lagerräume im Keller des Hauses als auch der Gemeindesaal für ihre Treffen.“ Der Gemeindesaal, ein Anbau am Gebäude, sei nicht Bestandteil des Mietvertrags mit der Diakonie und bleibe der Buchheimer Gemeinde uneingeschränkt erhalten.
Projekt gibt es bereits seit vier JahrenDas Jugendprojekt der Diakonie gibt es bereits seit vier Jahren. Aufsehen im Viertel erregte das Projekt mit seinen Steinskulpturen, von denen auch einige auf dem Jugendkulturfestival in Mülheim zu sehen waren. Das Jugendprojekt hatte seinen Sitz in den Räumen des Buchse e.V. an der Dellbrücker Straße. In deren Nachbarschaft war auch der offenen Treff geplant, nachdem der Jugendhilfeausschuss im Frühjahr die Personalkostenbewilligte. Doch ein Mietvertrag kam nicht zustande, weil der Eigentümer sich zurückzog. Ein zweiter Standort schien im Mai an der Arnsberger Straße gefunden, doch eigneten sich die Kellerräume nicht als Standort.
„Der Standort des geplanten Vereinshauses ist im Unterschied zu den beiden anderen Varianten ideal“, meint Stadtbezirksjugendpfleger Jürgen Wojke. Das Haus liege zentral im Veedel und sei daher gut erreichbar. Wojke ist zufrieden, dass Buchheim sein eigenes Jugendzentrum bekommt: „Hier leben 12 000 Menschen, davon mehr als 1000 Kinder und Jugendliche.“
Lutz Gebhard, zukünftiger Leiter des Hauses, will jetzt mit den Jugendlichen nun erst einmal das Haus renovieren. „Unser Einzug kommt nach und nach“, sagt er. Einen konkreten Eröffnungstermin nannte er daher nicht. Er und die Pressesprecherin der Diakonie, Martina Schönhals, kündigen aber für den Herbst eine große Eröffnungsparty an.
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