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Elefanten in allen Farben

Von CLAUDIA HAUSER, 12.08.07, 20:46h

Rund 15000 Besucher kamen zur zehnten Sommernacht in Zoo und Flora. Besonders viel Lob erntete die stimmungsvolle Beleuchtung der Flora. Einige tierische Zoobewohner verschliefen das Spektakel einfach.

Bild: Stefan Worring
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Die Elefantenkinder als Papp-Stars boten Menschenkindern im Zoo die Gelegenheit zum direkten Größenvergleich.
Bild: Stefan Worring
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Die Elefantenkinder als Papp-Stars boten Menschenkindern im Zoo die Gelegenheit zum direkten Größenvergleich.
Rund 15 000 Besucher kamen zur zehnten Sommernacht in Zoo und Flora.

Paula zieht eine Schnute. Schon seit mehr als einer halben Stunde steht die Siebenjährige mit ihrer Oma am Gehege, aber die Erdmännchen lassen sich einfach nicht blicken. „Sind die überhaupt da?“, fragt Paula im Flüsterton. „Die schlafen in ihren Höhlen“, antwortet die Oma, und nur die Aussicht auf die nächtliche Pavian-Fütterung bringt das blonde Mädchen dazu, seinen Platz ganz vorne am Gitter zu verlassen. Die eine Hand liegt in Omas Hand, die andere streicht einmal kurz über das Bild eines Erdmännchens, das auf der Infotafel am Gehege zu sehen ist.

Nicht nur die Erdmännchen verschlafen die zehnte Sommernacht in Zoo und Flora, die am Samstag rund 15 000 Besucher anzog. Auch im Südamerika-Haus kann man die roten Brüllaffen und die Zwergseidenäffchen nur in den ausgebeulten Hängematten erahnen, während in den Käfigen die Mäuse im Stroh umso ausgelassener umherflitzen. Lediglich ein kleiner Brüllaffe liegt gut sichtbar mit eingerolltem Schwänzchen auf seinem Klettergerüst und beobachtet interessiert die nächtlichen Besucher.

Auch bei den Katzen wird der Blick ins Gehege zum „Schneeleoparden-Suchspiel“, wie ein Junge sagt. „Ich finde es gut, dass die Tiere trotz der Sommernacht eine Rückzugsmöglichkeit haben“, sagt Gertrud Hornberger, die mit ihren Söhnen auf farbig beleuchteten Wegen zum Elefantenhaus unterwegs ist. „Die nächtliche Stimmung ist doch das Besondere, und die Beleuchtung ist hier wirklich sehr liebevoll und ganz zauberhaft.“

Es schlafen auch längst nicht alle Bewohner des Zoos: Am Pavian-Felsen ist wie immer wildes Umhertoben, Schreien und zärtliches Entlausen angesagt. Und als Pavian-Pfleger Fritz Heinen gegen 21.30 Uhr mit einem Leiterwagen voller Äpfeln, Kohlrabi, Karotten und Bananen am Felsen auftaucht, blicken fast alle 158 Affen in seine Richtung - die Extra-Ration wird gern verspeist. „Die Tiere erkennen mich - ob mit oder ohne Futter“, erklärt der Pfleger, auf dessen T-Shirt „Tierisch Kölsch“ steht. Bis zu 250 Kilogramm Obst, Gemüse und Trockenfutter verspeisen die Paviane täglich. Heute ist ihr Klettergerüst in Pink und Blau angestrahlt. Während die Affen mit den roten Hinterteilen ganz oben auf dem Felsen im Abendlicht sitzen, hebt sich ihre dunkle Silhouette vom dramatisch gefärbten Himmel ab.

Ein paar Meter weiter wackelt Marlar mit ihren Tanten durch den Elefantenpark. Mal sind die grauen Riesen pink, mal gelb, mal blau - je nachdem, welche Farbe der automatisch wechselnden Scheinwerfer auf sie fällt. Im Eulen-Kloster ist die Stimmung geradezu gespenstisch, wenn Turmfalke und Schleiereule ganz plötzlich mit kurzen Flügelschlägen aus dem Schutz der Bäume auftauchen und gleich darauf wieder im düsteren Gebüsch verschwinden. Und während Linus sich auf der Muschelbühne in James Brown verwandelt, schließen sich die Flamingos, die alle dicht gedrängt im Wasser stehen und in Richtung Bühne blicken, seinem begeisterten Publikum an.

Ganz ruhig und besonnen geht es derweil in der Flora und dem wunderschön beleuchteten Botanischen Garten zu. Am schwarzen E-Piano singt die Pianistin Stefanie Hoevel auf einer Seebühne schwimmend Lieder von Elton John und Stevie Wonder. Die Blätter der mächtigen Bäume rauschen im Abendwind, und künstlicher, rosa angestrahlter Nebel hüllt die Szenerie romantisch ein. Auf den abseits gelegenen Wegen fühlt man sich wie in einem verwunschenen Wald, wenn die Bäume in ganz warmen Farbtönen scheinen, die sich fließend ständig verändern.

Ab und zu tauchen die „Gebrüder Ziegbart“ und „Gnorz und Odderbaantje“ in skurriler Verkleidung aus dem Gebüsch auf und erschrecken Kinder, um sie gleich danach mit ihren Späßen wieder versöhnlich zu stimmen. Klaus der Geiger fiedelt neben weißen Pavillons, an denen „Crevetten mit lecker Sößken“ und „Chef sein Süppchen vom Fisch“ angeboten werden. Je später der Abend wird, desto mehr schlafende Jungen und Mädchen kann man in der Flora entdecken: eingepackt im Bollerwagen, lang gestreckt auf der Bierbank und auf einer Wiese kauernd - halb sitzend, halb liegend.

 www.ksta.de/ fotoline

 www.zoo-koeln.de



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