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Das Hafengutachten gerät in die Kritik

Von ANDREAS DAMM, 13.08.07, 22:47h, aktualisiert 14.08.07, 07:20h

Im Streit um den Ausbau des Godorfer Hafens haben die Grünen ein Gutachten des Kölner Verkehrswissenschaftlers Prof. Herbert Baum kritisiert. Dessen Aussage, die 60 Millionen Euro teure Erweiterung sei rentabel, fuße auf falschen Annahmen. Die Ausbaugegner stützen ihren Vorwurf auf ein Gegengutachten.

Im Streit um den Ausbau des Godorfer Hafens haben die Grünen gemeinsam mit mehreren Bürgerinitiativen ein Gutachten des Kölner Verkehrswissenschaftlers Prof. Herbert Baum kritisiert. Dessen Aussage, die 60 Millionen Euro teure Erweiterung sei rentabel, fuße auf falschen Annahmen. Die Ausbaugegner stützen ihren Vorwurf auf ein gestern veröffentlichtes Gutachten der Wuppertaler Citizen Consult GmbH: Der vom Rat beauftragte Verkehrsexperte Baum habe mit „veralteten und unvollständigen Annahmen“ gearbeitet; seine Berechnung von

Kosten und Nutzen komme deshalb „zu realitätsfernen Ergebnissen“.

Zwar werde der Containerverkehr weiterhin wachsen, stellen die Experten von Citizen Consult fest. Doch würde die Binnenschifffahrt davon weniger profitieren als der Lkw- und Schienenverkehr. Der bevorstehende Ausbau deutscher Nordseehäfen werde den Container-Umschlag der Häfen in Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen beeinträchtigen. Dadurch würden den Binnenhäfen im Hinterland dieser drei Städte erhebliche Geschäftsmöglichkeiten genommen; ebenso durch den Ausbau von Schienenstrecken. Was die Aussichten für Godorf darüber hinaus verschlechtere: Duisburg, größter Binnenhafen Europas, werde seine Container-Umschlagplätze bis 2010 verdoppeln. Das werde den Häfen rheinaufwärts „wie ein Staubsauger“ Umschlagmengen entziehen, sagte Rainer Lucas von Citizen Consult.

Eine weitere Kritik an dem Baum-Gutachten: Der Klimawandel und die „zunehmende Hoch- und Niedrigwassergefahr“ blieben unberücksichtigt. Das Institut für Mobilitätsforschung in Berlin erwarte eine Halbierung der Transportkapazitäten auf dem Rhein bis zum Jahr 2025. Wer das ignoriere, gelange zu einer unrealistischen Annahme der schiffbaren Tage - und „auch über

die betriebswirtschaftliche Rentabilität des Hafens Godorf“.

Baum wies die Kritik zurück. Die vorausgesagten Auswirkungen des Klimawandels „halte ich für absurd - das ist keine gesicherte Annahme, sondern Kaffeesatzleserei“, sagte der Hochschullehrer

dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Anders als behauptet seien die von ihm verwendeten Prognosezahlen „hochaktuell“. Die Daten stammten aus der Seeverkehrsprognose des Bundesverkehrsministers vom April 2007. Baum: „Wir haben unsere Kosten-Nutzen-Analysen mit aller Vorsicht erstellt und sämtliche Annahmen der wirtschaftlichen Kennzahlen kritisch überprüft.“ Grünen-Fraktionsvize Jörg Frank warf der Hafengesellschaft HGK „eine antiquierte Geschäftsstrategie“ vor. Anstatt Godorf auszubauen, sollte das Unternehmen den Hafen in Niehl besser nutzen. Diese Anlage biete genügend Entwicklungsmöglichkeiten. Am 30. August soll der Rat über den Ausbau des Godorfer Hafens entscheiden.



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