Von TOBIAS KAUFMANN, 13.08.07, 22:54h
Dafür spricht, dass es immer gut klingt, Gesprächsbereitschaft zu signalisieren. Ein Gespräch setzt aber einen Gesprächspartner voraus. Die Hamas hat im Gazastreifen gewaltsam die Macht ergriffen und schaltet seitdem das öffentliche Leben gleich. Wo sind Prodis „gemäßigte Kräfte“? Was haben sie beizutragen? Zu jenen nicht verhandelbaren Bedingungen, unter denen die westliche Welt ihre Blockadehaltung aufgeben könnte? Zum Gewaltverzicht? Nichts. Was sagen diese „Gemäßigten“ zur Anerkennung Israels - die ausdrücklich nicht dasselbe ist wie vorübergehende Duldung aus taktischen Gründen? Nichts. Zur Einhaltung bestehender Verträge? Nichts.
Es gehört eine Menge Realitätsverleugnung dazu, die Hamas durch Charmeoffensiven mäßigen zu wollen. Nicht nur, weil sie Israel vernichten will; nicht nur, weil die EU sie als Terrororganisation ansieht. Nein - wer den Palästinensern ein Leben in einem Freiluft-Gefängnis ersparen will, wo bewaffnete „Tugendwächter“ und die Scharia den Ton angeben, der kann sich nicht ohne Vorbedingungen auf offizielle Gespräche mit Hamas-Vertretern einlassen. So weit darf europäische Realpolitik nicht gehen.
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