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Czewo-Mitarbeiter drohen mit Streik

Von JOACHIM SPROTHEN, 15.08.07, 22:39h

Zülpich - Die Belegschaft des Kosmetik- und Haushaltsprodukte-Abfüllers hat gegen die geplante Änderung des Haustarifvertrags demonstriert. Die Angestellten wollen an den Gewinnen der Firma beteiligt werden.

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Rund 70 Czewo-Mitarbeiter zeigten vor dem Firmentor zwei Stunden lang Flagge.
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Rund 70 Czewo-Mitarbeiter zeigten vor dem Firmentor zwei Stunden lang Flagge.
Zülpich - Die Haltung der Arbeitgeber bei den laufenden Tarifverhandlungen hat die Belegschaft des Kosmetik- und Haushaltsprodukte-Abfüllers „Czewo Full Filling Service“ in Zülpich offenkundig in Wallung gebracht. Gestern Mittag machten rund 70 Arbeitnehmer mit Trillerpfeifen und Transparenten ihrem Unmut Luft. Der Bezirkssekretär Köln-Bonn und Verhandlungsführer der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, Karl-Heinz Weber, und der Betriebsratsvorsitzende Hermann Bünnagel waren über die Resonanz auf ihren Protest-Aufruf jedenfalls hocherfreut. „Die Spätschicht haben wir zu 100 Prozent, die Nachschicht immerhin zu 70 Prozent mobilisiert, obwohl etliche Kollegen weit hinter Düren wohnen“, so Bünnagel. Etwa 70 Czewo-Mitarbeiter zeigten gestern vor dem Firmentor auf der Industriestraße Flagge

Czewo hat in Zülpich knapp über 200 festangestellte Mitarbeiter. Hinzu kommen derzeit laut Bünnagel noch 100 Leiharbeiter: „Das Geschäft brummt richtig.“ Allein mit den festen Mitarbeitern könnten die Aufträge momentan nicht bewältigt werden. Umso „unzumutbarer“ sei da das Angebot der Arbeitgeber zum Abschluss eines neuen Haustarifvertrags gewesen.

Freiwillig, so Bünnagel, habe die Belegschaft in Zeiten schlechterer Auftragslage einer Erhöhung der vertraglich vereinbarten Wochenarbeitszeit von 37,5 auf 39 Stunden zugestimmt - ohne Lohnausgleich. Damit hätten die Arbeitnehmer „jahrelang ihren Beitrag zur Restrukturierung und Konsolidierung des Unternehmens geleistet“. Jetzt, wo die Firma erhebliche Gewinne mache, erwarte die Belegschaft, an dem Kuchen beteiligt zu werden. „Und die Rückkehr zur 37,5-Stunden-Woche“, so Gewerkschafter Weber.

Stattdessen hätten die Arbeitgeber das Angebot unterbreitet, es bei 39 Stunden zu belassen, davon aber nur 38,25 Stunden zu bezahlen. Überdies sollen Urlaubs- und Weihnachtsgeld gekürzt und in Zukunft nur noch auf freiwilliger Basis „erfolgsabhängig“ fließen. Unter diesen Umständen, so Brünnagel, sei die Arbeitgeber-Offerte, Löhne und Gehälter um drei Prozent zu erhöhen, „nicht abschlussfähig“. Zumal es bis auf Einmalzahlungen seit vier Jahren keinerlei Lohnsteigerungen gegeben habe. Die Czewo-Betriebsleitung in Zülpich wollte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ dazu auf Nachfrage „keine Stellungnahme abgeben“. Bünnagel ging davon aus, dass die Personalkosten reduziert werden sollen, um das vor zwei Jahren an eine Finanzgruppe veräußerte Unternehmen bis spätestens 2010 mit maximaler Gewinnmarge weiterverkaufen zu können.

Gestern beließ man es noch bei einer zweistündigen Demo zwischen Nacht- und Spätschicht, die keine Produktionsausfälle zur Folge hatte. Denn noch herrscht „Friedenspflicht“. Sollte die Arbeitgeberseite aber nicht von ihrer „starren Haltung“ abrücken, werde man bei der Gewerkschaftszentrale den Antrag stellen, eine Urabstimmung über einen Streik durchführen zu dürfen. Bünnagel wollte zwar nicht sagen, wie viele Czewo-Mitarbeiter gewerkschaftlich organisiert sind: „Sonst würde ich die Arbeitgeberseite noch mit Informationen füttern.“ So viel verriet Bünnagel aber doch: „Wie haben so viele Gewerkschaftsmitglieder in unseren Reihen, dass wir die Produktion bei Czewo durch einen Streik mühelos lahm legen können.“



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