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„Bagutta“

Schöne Szenen

Von HELMUT GOTE, 03.08.07, 11:15h, aktualisiert 03.08.07, 11:18h

Ein kleines Szenelokal mitten im „Qwartier Latäng“. Hier erwartet einen neben der sympatischen Atmosphäre, eine Topqualität, die man manchmal sogar nicht einmal in der Spitzengastronomie bekommt.

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Essen gehen mit hohem Wohlfühlfaktor: Im „Bagutta“ stimmen Küche und Service. BILD: CSABA RAKOCZY
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Essen gehen mit hohem Wohlfühlfaktor: Im „Bagutta“ stimmen Küche und Service. BILD: CSABA RAKOCZY
Glücklicherweise ist das Szenelokal nicht ganz so klein wie es von außen gesehen zu sein scheint. Es ist allerdings auch nicht sehr groß. Aber obwohl man auf den Bistrostühlen relativ eng sitzt, fühlt man sich nicht eingeengt. Dazu kommt das in sich stimmige, leicht schräge Ambiente mit den hell gestrichenen Ziegelsteinwänden, den großen bunten Bildern und einem stimmungsvollen kleinen Hinterhof. Das alles ergibt insgesamt eine originell sympathische Atmosphäre, wie man sie sonst eigentlich nur in den Künstlervierteln von Paris finden kann.

Das allein macht schon viel Vergnügen. Und es kommt noch besser, weil sich hier ein gut eingespieltes Serviceteam so freundlich wie engagiert um die Gäste kümmert und Inhaber Stefan Bierl mit seiner Köchin Doreen Lehwald sehr gut kochen. Vor allem die Qualität der durchweg frischen Produkte ist absolut beeindruckend. Das beginnt schon bei der erstklassigen gebratenen Entenstopfleber (13,50 Euro), deren Genuss allerdings etwas dadurch beeinträchtigt wurde, dass der Orangen-Chicorée-Salat etwas zu süß abgeschmeckt und noch kühlschrank-kalt war. Die drei großen Jakobsmuscheln (13,50 Euro) waren von einer Topqualität, die man manchmal sogar nicht einmal in der Spitzengastronomie bekommt. Sie harmonierten bestens mit der ungewöhnlichen Beilage aus Büffelmozzarella und Mangospalten.

Auch die fünf dicken Garnelen zum warmen Paprika-Brot-Salat waren saftig-knackig auf den Punkt gegart - wie überhaupt alle Garzeiten stimmten. Bei der gut drei Zentimeter dicken, superzart rosa gebratenen Entenbrust mit krosser Haut (19 Euro) waren mir nur die asiatischen Aromen beim begleitenden Gemüse zu dezent ausgefallen. Beim saftigen Zanderfilet (17,50 Euro) stimmte die Mischung aus pikanter Chorizo, warmem Kartoffelsalat und Streifen von sorgfältig enthäuteten Paprika. Bleiben noch die einwandfreien Lammkoteletts zum mit echten Safranfäden gewürzten Couscous und einer überraschenden Salsa aus frischer Minze, die scharf abgeschmeckt war. Dass die Sauce separat auf den Teller gelegt war, damit der Gast sie sich selber zum Fleisch portionieren und an dieses außergewöhnliche Aroma herantasten kann, zeigt außerdem, welchen Wert die Köchin auf ausgewogene geschmackliche Zusammenhänge legt.

Wer von den beiden Köchen für die überragende krönende Zitronentarte (7 Euro) verantwortlich war, weiß ich nicht. Aber sicher ist, dass Sie so etwas in Köln nur ganz selten bekommen.

Die Weine, offen oder als Flasche, sind gut und trinkfreundlich kalkuliert, die Offenen großzügig eingeschenkt. Und wenn ich das alles kurz zusammenfasse, dann ist das Bagutta eines der besten Szenelokale der Stadt.

Alle Folgen der Restaurantkritik finden Sie im Internet unter

 www.ksta.de/restaurant-kritik



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