Von OLIVER MEHLICH, 20.08.07, 07:13h
Mit Putzeimern und Reinigungsmitteln ziehen die jungen Leute los. „Es geht ja nicht nur ums Saubermachen“, sagt Anke (23). „Das nächste Mal, wenn jemand an so einer Schmiererei vorbeigeht, soll er sie melden oder selber zum Eimer greifen.“ Das örtliche Gymnasium hatte Mitte des Jahres bereits mit Vorträgen zum Handeln gegen rechten Aktionismus in Pulheim aufgefordert. Daraufhin entbrannte eine Diskussion im Internetportal „YouTube“ zu dem Thema, in die sich auch Rechtsradikale einmischten, die zuvor auch schon auf der Veranstaltung des Geschwister-Scholl-Gymnasiums aufgefallen waren. Das spornte die Pulheimer Jugend zu selbstständigem Handeln an.
Unterstützt werden die „Säuberungskräfte“ in rechtlichen und organisatorischen Fragen vom Ortsverband der SPD. „Für uns ist das selbstverständlich. Bei dieser Aktion gegen Rechtsradikalismus geht es nicht um einzelne Parteien, da müssen wir alle mit anpacken“, erklärt Volkmar Bromby, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD Pulheim. „Die Zahl der Rechtsextremisten in Pulheim ist zwar überschaubar, sie werden jedoch von Gleichgesinnten außerhalb der Region logistisch und finanziell unterstützt.“
Die Stadt Pulheim unterstützt die Aktion zwar finanziell nicht, aber sie hilft in praktischen Dingen. Die St.-Barbara-Pfadfinder sind mit einer großen Gruppe vertreten. Pfadfinder Nico (16) schüttelt über die Schmierereien nur den Kopf: „Alles mit irgendwelchen schwachsinnigen Parolen vollzuschmieren ist nicht toll. Wenn die wüssten, was sie da machen, würden sie es nicht tun, und wir müssten nicht alles wieder wegmachen.“
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