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Wenn die Gelbtöne tanzen

Von JÜRGEN KISTERS, 29.08.07, 22:54h

Sülz - Christiane Gaertner und Anke Meinzen präsentieren eine zufällige Kunst-Begegnung: Im Lichthof treffen Malerei und Fotografie zusammen. Dabei treten die stilistischen Wechselwirkungen der beiden Genres zutage.

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Manche Fotos der Künstlerin Anke Meinzen wirken fast schon plakativ. Einige ihrer Werke sind im Lichthof zu sehen.
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Manche Fotos der Künstlerin Anke Meinzen wirken fast schon plakativ. Einige ihrer Werke sind im Lichthof zu sehen.

Sülz - War einst das Dokumentarische die Domäne der Fotografie, tritt sie seit einigen Jahren verstärkt in Konkurrenz zur Malerei. Die Idee lautet, dass die Fotografie Malerei mit anderen Mitteln darstelle. Vor allem die Brillanz der inzwischen äußerst farbkräftigen fotografischen Abzüge lässt diesen Schluss durchaus zu. So zum Beispiel wenn - wie auf den Aufnahmen von Anke Meinzen in einer Ausstellung im Lichthof - das vielfarbige Schimmern auf einer Wasseroberfläche oder der leuchtende Farbanstrich auf einem Schiffsrumpf die Bildwirkung bestimmt.

Dass es jedoch unvermindert einen gewaltigen Unterschied zur Malerei gibt, zeigen die ebenfalls in der Schau präsentierten malerischen Werke von Christiane Gaertner. Ihr Element ist das satte Eintauchen in das Material Farbe, aus dem sie unruhige Zonen farbigen Widerstreits entwickelt. In einer Arbeit ist es ein dunkles, blutiges Rot, das die Mitte einer pulsierenden Bildkomposition beherrscht. In einer anderen quillt ein sattes Braun in einer organischen Bewegtheit über alle anderen Farben hinweg.

Die Malerin sucht mit ihren abstrakt-expressiven Farbwürfen eine Entsprechung zu den Entwicklungsprozessen in der Natur. Ihre vielgestaltigen Grüngeflechte streiten ähnlich wie die Wachstumsformen in der Landschaft miteinander. Und ähnlich wie verschiedene Nuancen von Gelbtönen in einem turbulenten Bildraum tanzen, flirrt das Licht an leuchtenden Sonnentagen.

Dass die Fotografie trotz aller Farbkraft diese Magie nicht zu entfalten vermag, ist unübersehbar im Vergleich mit den Aufnahmen von Anke Meinzen. Diese greifen sehr häufig Motive aus der modernen Konsumkultur auf. Der rot geschminkte Mund auf einer abfotografierten Werbung bleibt allerdings ein ebenso schablonenhafter Effekt wie die Aufnahmen von halb abgerissenen Plakaten auf Mauern. Diese fotografisch festgehaltenen Alltagsentdeckungen hat man allzu häufig in den vergangenen Jahren auf Fotos gesehen, als dass sie noch einen echten Zauber besäßen.

Umso mehr verwundert es daher, dass im Gegensatz dazu die abstrakt-expressiven Spuren der Malerei, die in den vergangenen Jahrzehnten mindestens ebenso oft in unterschiedlichen Variationen wiederholt wurden, unvermindert anziehend wirken. Und genau diese sinnlich-materiale Note markiert den grundlegenden Unterschied zwischen Malerei und Fotografie, den die Fotografen auch mit dem besten Farbabzug nicht zu überbrücken vermögen.

Lichthof, Lotharstraße 14-18, Mi, Fr 16-19 Uhr, bis 31. August



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