Von BEATRIX LAMPE, 02.09.07, 20:30h, aktualisiert 04.09.07, 14:55h
„Wir haben sofort nach bekanntwerden der erhöhten Werte gehandelt“, sagte Patrick Honecker, Pressesprecher der Universität, dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ und beteuert: „Es hat zu keiner Zeit eine Gesundheitsgefährdung gegeben.“ In den am stärksten betroffenen Gebäuden sei allerdings die Wasserzufuhr vorsorglich abgesperrt worden, mit Maßnahmen wie der „Thermischen Desinfektion“, bei der so heißes Wasser durch die Leitungen geschickt wird, dass die Bakterien abgetötet werden, sei Abhilfe geschaffen
worden. Allerdings habe die Universität versäumt, Mitarbeiter der Fakultäten rasch auf die Ergebnisse hinzuweisen. Besonders in den naturwissenschaftlichen Fakultäten, in deren Gebäuden die stärksten Wasserbelastungen - zusätzlich auch noch mit Metallen - festgestellt worden seien, habe sich eine deutliche Verärgerung darüber gezeigt. Mitarbeiter und Studenten waren erheblich verunsichert und fragten sich, warum sie die Auskunft nicht sofort bekommen hätten.
„Das war nicht unsere günstigste Informationspolitik“, räumt Honecker ein. „Wir hatten vor, die Fakultäten gleich nach Abschluss der thermischen Desinfektion in Kenntnis zu setzen.“ Er versichert jedoch, für die Mitarbeiter und Studenten habe keine Gefahr bestanden. „Legionellen werden ja beim Einatmen gefährlich, wenn sie also als Sprühnebel in der Luft sind, beispielsweise beim Duschen. In der naturwissenschaftlichen Fakultät wird aber nicht geduscht.“
Dennoch sollen die Leitungen auch nach den einstweiligen Erfolgen durch die Sofortmaßnahme möglichst gründlich saniert werden. „Wir haben unbestritten einen gewaltigen Sanierungsstau“, sagt der Pressesprecher. Die Wasserqualität in den betroffenen Instituten, zu denen den aus dem Frühjahr stammenden Untersuchungen des Essener DMT-Labors zufolge das IBW-Gebäude, die Anorganische Chemie, das Gebäude der Chemie II, die Physik, die Mineralogie, die Genetik und Biochemie sowie die Zoologie zählten, ist in der vergangenen Woche durch das Kölner Gesundheitsamt erneut überprüft worden.
Wie Honecker versichert und auch eine TÜV-Untersuchung belegt habe, gehe keine Gefahr für Menschen von dem zur Verfügung stehenden Wasser aus. In einigen Bereichen, wo die Sanierung besonders dringend und die Belastung auch mit Blei und Cadmium hoch ist, sei das Wasser aber noch abgestellt.
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