Von RALF ROHRMOSER-VON GLASOW, 04.09.07, 18:16h
In einer außerordentlichen Sitzung des Aufsichtsrats wurde beschlossen, Teile der Aktien zu verkaufen, um frisches Geld zu bekommen. Zudem wird der Fuhrpark radikal verkleinert. „Wir müssen uns von allem trennen, was nichts bringt“, stellt Weber klar.
Erstmals in der Firmengeschichte hat er zu Mitarbeiterversammlungen eingeladen. Die Beschäftigten waren verunsichert, in den vergangenen drei Monaten flossen nur Teile der Gehälter. „Sie haben Angst um ihren Job und vor ihrer Bank“, weiß der erfahrene Berater. „Und die Angst ist berechtigt.“ Aber auch wenn die Rettung noch nicht gesichert ist, gibt er sich zuversichtlich: „Es wäre ein Jammer, wenn das Unternehmen den Bach runter ginge. Wir haben gemeinsam den Willen, es zu schaffen.“ Ob „Nes“ in dieser Größe erhalten bleibt, steht in der Diskussion, Entlassungen stünden aber aktuell nicht an.
Die Zuständigkeiten in der Geschäftsleitung müssen nach seinen Worten neu und klar geordnet werden. Gerade im Export, mit Schwerpunkt Osteuropa, erschlössen sich neue Märkte. „Das Produkt ist hervorragend, die Erfindung von Jörg Klemm genial“, schwärmt Weber, der die Atemluftergänzung selbst benutzt und die Insulingaben wegen seiner Diabetes verringern konnte. Dem Aufsichtsratsvorsitzenden Guido Bierther attestiert er, trotz der Schieflage, ein guter Verkäufer zu sein, der mit seinem Vermögen einsteht. Webers Beraterhonorar hat symbolischen Charakter: Einen Dollar verdient er im halben Jahr.
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