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Protest am Dom gegen „politischen Islam“

Von HELMUT FRANGENBERG, 04.09.07, 21:39h

Die Organisatoren von „Pax Europa“ sind umstritten - Ralph Giordano will bei der Veranstaltung sprechen. Die Demonstration weicht wegen des Brüsseler Verbotes aus - Der Veranstalter geht auf Distanz zu Rechtsextremen.

Organisatoren von „Pax Europa“ sind umstritten - Ralph Giordano will bei der Veranstaltung sprechen.

Nach dem Verbot einer Demo in Brüssel gegen „schleichende Islamisierung Europas“ wollen die Veranstalter nun vor dem Kölner Dom demonstrieren. Zum Jahrestag der Terroranschläge in den USA, am 11. September, will der Verein „Pax Europa“ „für den Erhalt der europäischen Werteordnung“ mobilisieren. Zugleich solle trotz Verbots auch in Brüssel protestiert werden, wird in Internetforen diskutiert.

Brüssels Bürgermeister Philippe Close hatte die Veranstaltung mit Hinweis auf zu erwartende Reaktionen und Gegendemos abgelehnt. Er sah die Gefahr, „dass hasserfüllte und islamfeindliche Botschaften“, wie die Organisatoren sie im Internet verbreiteten, die „große muslimische Gemeinschaft“ in Brüssel verletzen könnten. Die Kölner Polizei sieht zurzeit keine Grundlage für ein Verbot der Kölner Demo.

Zur Kundgebung auf dem Roncalliplatz hat sich der Schriftsteller Ralph Giordano als Redner angekündigt. Genau wie der Vorsitzende von „Pax Europa“, Udo Ulfkotte, ging Giordano auf Distanz zu Aufrufen aus der rechtsextremen Szene, die Demonstration zu unterstützen. In Köln hat „Pro Köln“ dazu aufgerufen, an der Kundgebung und dem Protestzug teilzunehmen. Nach Angaben der Vereinigung soll es ein „einvernehmliches Gespräch“ mit Ulfkotte über die Durchführung der Veranstaltung gegeben haben.

Torpedierungsversuche

Gestern erklärte Ulfkotte: „Es ist ein unglaublicher Vorgang, dass nun eben jene Personen, die auf der Demonstration nicht gewünscht werden, sich als öffentliche Unterstützer unserer Anliegen präsentieren und anbiedern.“ Ulfkotte fordert „alle Anhänger rechter und rechtsextremer Gruppen auf, unseren demokratischen Veranstaltungen fern zu bleiben.“

Giordano sagte, dass man trotz der „Torpedierungsversuche“ von „Trittbrettfahrern“ die Kundgebung in Köln durchführen werde. „Das Schlimmste, was wir tun könnten, wäre, wenn wir jetzt vor dieser braunen Truppe kapitulieren und uns damit dem Totschlagsargument der political correctness fügten: »Wer gegen den Bau der Moschee ist, der macht die Sache der Nazis von heute«.“ So sei die Veranstaltung „ein Kampf gegen den politischen Islam und seinen antidemokratischen Verbündeten, den deutschen Rechtsextremismus“.

Die Linke in Köln forderte ein Verbot der Demonstration von „Pax Europa“. Köln werde nach dem Brüsseler Verbot ein „Ausweichstandort für rassistische und islamfeindliche Hetzveranstaltungen“.

Der Verein „Pax Europa“ hat sich im Dezember 2006 in Königswinter gegründet, um „für Europa und gegen Eurabien“ zu kämpfen. Ulfkottes Initiative ist umstritten, seine Verbindungen zu anderen Gruppierungen Thema vieler Auseinandersetzungen. So kritisierte das schweizerische jüdische Wochenblatt „Tacheles“ Internet-Blogs, worin Moslems pauschal verunglimpft und beschimpft werden, und Ulfkottes Kontakte zur schweizerischen SVP, die sich immer wieder gegen Vorwürfe wehren muss, antisemitisch und ausländerfeindlich zu sein. Zuletzt befasste sich sogar die UN mit einer SVP-Kampagne gegen „kriminelle Ausländer“. Bei der Kölner Kundgebung am 11. September soll der SVP-Nationalrat Ulrich Schlüer ein Rede halten.



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