Von RALF ROHRMOSER-VON GLASOW, 31.08.07, 17:30h
An der Haltestelle Oberdollendorf Nord war sie ausgestiegen, dabei wurde sie von einer Überwachungskamera gefilmt. Etwa 250 Meter ist es von dort bis zu ihr nach Hause, vorbei an Kleingärten und durch eine ruhige Wohngegend. Von diesem Zeitpunkt an fehlt jeder weitere Hinweis auf ihr Verbleiben. Die Familie hat schnell Vermisstenanzeige erstattet. Sofort wurde eine groß angelegte Fahndung eingeleitet, ohne jeden Erfolg bislang.
„Hannah kommt aus einem völlig geordneten Umfeld“, sagte Polizeipressesprecher Harry Kolbe, „es ist uns unerklärlich, warum sie nicht angekommen ist.“ Nach dem aktuellen Ermittlungsstand schließt er einen Streit als Grund für ihr Verschwinden „völlig aus“. Nur spärlich seien bisher Meldungen aus der Bevölkerung gekommen, die 13 Mitglieder der Ermittlungskommission gehen jedem einzelnen nach.
Von der Auswertung der Videoaufnahmen erhoffen sich die Beamten neue Ermittlungsansätze. Ihr Hauptaugenmerk richten sie derzeit auf die Öffentlichkeitsfahndung.
Gesucht werden Zeugen, die die 14-Jährige am Mittwoch nach 20 Uhr gesehen haben oder auffällige Beobachtungen rund um die Haltestelle gemacht haben.
Die Bahnsteige und die Unterführung in Oberdollendorf-Nord sind seit Jahren schon in der Kritik. Angela Neuhaus, Lehrerin an der Schule der Vermissten, berichtet, dass Kinder und Jugendliche hier immer wieder bedroht, beleidigt und sogar geprügelt worden seien. Hannah besucht, wie ihre beiden älteren Schwestern, die Christophorus-Schule in Königswinter. Ihre Mitschüler verteilten rund um Schule und Wohnort selbst Flugblätter und hängten Plakate auf. „Wir sind geschockt, wir können es nicht verstehen“, sagte gestern eine Nachbarin.
(RVG)
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