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Bücher aufs Handy holen

Von PHILIPP WURM, 17.09.07, 12:25h

Die Zahl der Anbieter von E-Books für Moboltelefone steigt. In Japan lesen besonders junge Leute mit großer Begeisterung Romane und Kurzgeschichten auf Mobiltelefonen. Es gibt sogar Schriftsteller, die sich auf literarische Texte für das Handy spezialisiert haben und Fortsetzungsromane verfassen.

Menschen, die wie gebannt auf das Display ihres Handys blicken, ob im Bus, in der Warteschlange oder im Café: eine typische Alltagsszene. Auf unseren luxuriös ausgestatteten Mobiltelefonen leuchtet schließlich immer etwas, das betrachtet werden will. Die SMS von der Liebsten, grobkörnige Urlaubs-Schnappschüsse, ein neues Spiel. Was dabei bislang eher selten aufleuchtet: E-Books, Bücher im digitalen Format, für das Handy. In Japan, wo man technischen Innovationen traditionell sehr aufgeschlossen gegenübersteht, ist das anders: Dort lesen besonders junge Leute mit großer Begeisterung Romane und Kurzgeschichten auf Mobiltelefonen. Es gibt sogar Schriftsteller, die sich auf literarische Texte für das Handy spezialisiert haben und Fortsetzungsromane verfassen. In Deutschland sind E-Books für das Handy noch eine Randerscheinung. Doch die Zahl der Anbieter, die Texte zum Download bereitstellen, nimmt zu.

„Bible Reader“ oder „Pocket Quran“ machen etwa religiöse Schriften kostenlos verfügbar, die Online-Literatursammlung des „Projekts Gutenburg“ stellt gegen eine Gebühr Literaturklassiker bereit.

Zwei Probleme machen das Herunterladen von E-Books jedoch oft zu einem Hindernis: Zum einen muss vorher meist eine extra Reader-Software installiert werden. Zum anderen ist das Lesen von längeren Texten erst dann wirklich praktikabel, wenn das Display hochauflösend ist. „Nur Handys im oberen Preissegment mit einer Auflösung von 240 x 320 Pixel eignen sich“, sagt etwa Markus Eckstein, Mobilfunk-Experte der Fachzeitschrift „Connect“. Dennoch glaubt Eckstein: „Langfristig könnten E-Books für das Handy interessant werden.“

Was dafür sprechen könnte: Der Lektüre digitaler Texte kommt immer größere Bedeutung zu, ob am Computer oder auf dem Laptop. Warum nicht auch auf dem Handy - ein Gerät, das die Devise „jederzeit und überall“ perfekt einzulösen vermag? Das denkt sich auch die Firma „Blackbetty Mobile“. Das österreichische Unternehmen hat ein 400 Titel starkes Verlagsprogramm mit Handybüchern zusammengestellt, das Perry-Rhodan-Ausgaben ebenso umfasst wie Gustave Flauberts „Madame Bovary“. Auf dem Portal „mobilebooks.com“ können die Werke per SMS gegen Gebühren zwischen drei und fünf Euro bestellt werden. Das Besondere des Angebots besteht darin, dass keine zusätzliche Reader-Software nötig ist. Geschäftsführer Jörg Hotter sagt: „Bei unserem Angebot fallen Text und Reader in eins.“ Einzige Voraussetzung: Das Handy muss auf die Programmiersprache Java ausgerichtet sein - was jedoch auf die meisten Geräte zutrifft. Großen Wert legt der Literatur-Anbieter auf eine verhältnismäßig bibliophile Gestaltung. So enthalten die mobilen Bücher ein Cover, eine Kurzbiografie des Autors sowie ein Editorial.

Und sie sind zudem mit einer orthographisch korrekten Silbentrennung versehen - leider keine Selbstverständlichkeit. Handys, die nicht mehr brandneu sind, dürften allerdings für die hübschen E-Books kaum gewappnet sein. Auch hier gilt: Nur moderne Displays mit feiner Auflösung ermöglichen eine komfortable Lektüre.



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