Von ENRICO IPPOLITO, 01.10.07, 22:14h
Die Wohnung und die Jobs sind gekündigt, die Möbel bei den Eltern untergestellt - auch die geliebten Haustiere, zwei Nymphensittiche, finden dort ein neues Zuhause. „Wir haben die meiste Zeit sparsam gelebt“, erzählt der Wirtschaftsinformatiker. Das Auto bricht schon zusammen, die Couch ist dreißig Jahre alt und in der Küche stehen zwei Klappstühle. „Das Geld für die Weltreise haben wir gespart“, erzählt Alexandra Buchert, „wir rechnen mit 1000 Euro im Monat pro Person.“ Arbeiten wollen beide im Ausland erst mal nicht.
Über ihre Erfahrungen in den fremden Ländern berichten sie in einem Internettagebuch. „Wir wollen Familie und Freunde teilhaben lassen“, stellt er klar, „und nicht uns zur Schau stellen.“ Daher werde es auch keine Bikinifotos geben, so Alexandra Buchert. „Wir wollen uns treiben lassen“, sagt Daniel Buchert. Die Reiseroute wurde oft geändert. Im Internet haben sie sich gründlich über ihre Wunschländer informiert. Vor allem die klimatische Situation war wichtig - so wurden Klimadiagramme studiert, um nicht in die Monsunzeit zu geraten. Aus diesem Grund mussten auch Kambodscha und Laos aus der Reiseroute gestrichen werden. Andere Länder wie Tahiti würden das Budget des Ehepaares sprengen - zu teuer ist das Leben dort. Zurzeit steht die erste Station fest: Ecuador - dort finden sie bei Freunden eine Unterkunft. „Vier-Sterne-Hotels kommen aber auf keinen Fall in Frage“, so Alexandra Buchert „dafür eventuell Couch-Surfing - das Schlafen auf der Couch bei Privatleuten.“ Die Reiseroute ist grob festgelegt - Südamerika, Neuseeland, Australien und Asien stehen. „Auch noch Afrika zu bereisen wäre einfach zu viel geworden“, erzählt sie. Die beiden haben geplant, in jedem Land das sie bereisen, einen Monat zu verbringen. In Sydney will das Ehepaar sich ein Auto kaufen, um Australien zu erkunden. Den Rest der Route werden sie auf Schienen, in der Luft und auf See verbringen.
Viele Behördengänge
Die Vorbereitungen seien sehr zeitaufwendig gewesen, berichten sie: die Behördengänge für die Visa-Anträge, die Wege zum Arbeitsamt und die unzähligen Arztbesuche. Alexandra Buchert hat alleine für Impfungen 400 Euro ausgegeben. Dafür können ihr jetzt Cholera, Gelbfieber, japanische Enzephalitis, Meningokokken, Tollwut und Grippe nichts mehr anhaben. Die Malariamedikamente nimmt das Ehepaar wegen der Nebenwirkungen nur, wenn vor Ort erste Anzeichen für die Krankheit auftreten.
Beide haben keine Angst davor, hinterher in ihr gewohntes Leben zurückzukehren. Daniel Buchert hat aber einen Wunsch: „Wenn wir wieder in Deutschland sind, muss der 1. FC Köln in der Ersten Liga sein“.
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