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Ehrenfeld soll NS-Historie erforschen

Von MATTHIAS PESCH, 09.10.07, 21:57h

Die Veedels-Geschichte in in Kunstprojekten oder Filmen - Dokumentationszentrum verteilt 100 000 Euro für Projekte gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit. Acht- bis zwölfjährige Kinder sollen angesprochen werden.

Ehrenfeld soll seine Geschichte während des Naziregimes erforschen. Das jedenfalls ist die Idee des NS-Dokumentationszentrums, das alle Bewohner des Stadtteils, aber auch Institutionen wie Kirchen, Polizei, Bezirksamt, Sparkasse, Wohlfahrtsverbände oder Vereine aufruft, sich auf die jeweils eigene historische Spurensuche zu machen. Geld für die Geschichtsforschung im Veedel ist vorhanden: Das NS-Dokumentationszentrum hatte sich für die Stadt Köln mit einem „Lokalen Aktionsplan“ beim Programm „Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie“ des Bundesjugendministeriums beworben - und ist als eines von bundesweit 90 Projekten ausgewählt worden. Im ersten Jahr gibt's daher 100 000 Euro vom Bund mit der Option einer Verlängerung um zwei weitere Jahre mit jeweils der gleichen Summe.

Bewerbung bis 20. Oktober

„Wir hoffen, dass viele kreative Ideen entwickelt werden“, sagen Zentrumsdirektor Werner Jung und Museumspädagogin Barbara Kirschbaum, die den Aktionsplan erarbeitet hat. Sie könnte sich vorstellen, dass die Ergebnisse der Recherchen als Ausstellungen präsentiert werden - in Schaufenstern, bei Ämtern und Institutionen „oder auch auf der Straße“. Aber auch in Kunstprojekten oder Filmen könnte die Veedels-Geschichte aufgearbeitet werden. Sollte das Vorhaben funktionieren, könnte es auf andere Stadtteile ausgeweitet werden.

Das Projekt im und mit dem Stadtteil Ehrenfeld ist allerdings nur eine von drei „Säulen“ des Aktionsplans. Mit acht- bis zwölfjährigen Kindern soll gezielt zum Thema Nationalsozialismus und Rechtsextremismus gearbeitet werden, „denn in diesem Alter wird bei den Kindern der Grundstein für eine demokratische Persönlichkeit gelegt“, sagt Kirschbaum. Dazu sollten beispielsweise Spiele oder Arbeitshefte entwickelt, Handreichungen und Schulungen für Lehrer oder Erzieher angeboten werden. „Wir begleiten die Umsetzung des Aktionsplans koordinierend und geben inhaltliche Hilfestellung“, sagte Jung. Als drittes Element des Plans soll nach den Vorstellungen des Dokumentationszentrums in Köln ein „Netzwerk gegen rechts“ entstehen, in dem alle Akteure, die in diesem Bereich engagiert sind, ihre Aktivitäten bündeln.

Finanziell gefördert werden Projekte nichtstaatlicher, gemeinnütziger Organisationen - Schulen etwa müssten sich über ihren Förderverein bewerben. Wer noch in diesem Jahr Geld bekommen will, muss sich bis zum 20. Oktober melden. Nähere Informationen bei Barbara Kirschbaum, Telefon 02 21 / 2 21-2 63 32 und im Internet.

barbara.kirschbaum@stadtkoeln.de

 www.ndsdok.de/vielfalt-tut-gut



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