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„Vivere“: Frauen am Scheideweg

Von UWE MIES, 18.10.07, 15:51h

In Angelina Maccarones Film beschreibt die Kraft des Augenblicks. Die Protagonistinnen treiben durch eine nur umrissene Aussenwelt, wobei es nadelstichartige Impulse sind, die die Frauen in Bewegung setzten.

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Francesca sucht ihre Schwester.
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Francesca sucht ihre Schwester.
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Die geheimnisvolle Gerlinde.
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„Francesca! Wo ist deine kleine Schwester? Francesca! Geh und suche sie!“ Enrico hat zwei Töchter. Francesca (Esther Zimmering) fährt Taxi und hält mit Mühe den Haushalt zusammen. Die jüngere Antonietta (Kim Schnitzer) träumt von Freiheit und der großen Liebe und nutzt die erstbeste Gelegenheit, um mit ihrem Freund und dessen Band auszubüchsen. Es ist Heiligabend. Auf der Suche nach der Schwester gabelt Francesca am Straßenrand eine Frau auf, die einen Unfall offenbar unverletzt überstanden hat. Hannelore Elsner legt die Rolle der Gerlinde mit viel Make-up im Gesicht und betont desillusioniertem Blick als Frau mit Geheimnis an. Später eröffnet sich, dass Gerlinde unglücklich verliebt ist in eine andere Frau. In einem Hotelzimmer wird sie aber von Francesca aufgefunden werden, wie sie Antonietta im Arm wiegt.

Die Filmautorin Angelina Maccarone interessiert sich für Frauen am Scheideweg. Ihr Debüt „Kommt Mausi raus?“ und das Migrationsfrauendrama „Fremde Haut“ schürften ihr Konfliktpotenzial daraus, dass Frauen in Reibung mit dem sozialen Umfeld geraten. „Vivere“ ist melodramatischer angelegt. Die Protagonistinnen treiben durch eine nur umrissene Außenwelt, wobei es nadelstichartig gesetzte Impulse sind, die die Frauen in Bewegung setzen. Sobald die Wege sich kreuzen, verringert Maccarone das Tempo für den intimen Austausch von Blicken und Gesten. Hier hat der Film seine starken Momente, weil er sich auf die Kraft des Augenblicks verlässt und nichts zu erklären versucht. Die meiste Zeit aber wird konstruiert und gedrechselt, damit es eine Geschichte geben kann. Man stelle sich nur vor, Francesca hätte ihren Weihnachtsbraten aufgegessen und wäre nicht auf Anhieb ins Dunkel der Nacht gefahren. . .



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