Von UWE MIES, 18.10.07, 15:51h
Die Filmautorin Angelina Maccarone interessiert sich für Frauen am Scheideweg. Ihr Debüt „Kommt Mausi raus?“ und das Migrationsfrauendrama „Fremde Haut“ schürften ihr Konfliktpotenzial daraus, dass Frauen in Reibung mit dem sozialen Umfeld geraten. „Vivere“ ist melodramatischer angelegt. Die Protagonistinnen treiben durch eine nur umrissene Außenwelt, wobei es nadelstichartig gesetzte Impulse sind, die die Frauen in Bewegung setzen. Sobald die Wege sich kreuzen, verringert Maccarone das Tempo für den intimen Austausch von Blicken und Gesten. Hier hat der Film seine starken Momente, weil er sich auf die Kraft des Augenblicks verlässt und nichts zu erklären versucht. Die meiste Zeit aber wird konstruiert und gedrechselt, damit es eine Geschichte geben kann. Man stelle sich nur vor, Francesca hätte ihren Weihnachtsbraten aufgegessen und wäre nicht auf Anhieb ins Dunkel der Nacht gefahren. . .
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