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Schluckt Scania nun MAN?

Von THOMAS MAGENHEIM, 18.10.07, 20:18h

Die Vereinigung scheint beschlossen: Volkswagen und die schwedische Finanzgruppe Wallenberg verständigten sich einem Bericht zufolge auf die Übernahme des Nutzfahrzeugherstellers MAN durch Scania.

Scania- und MAN-Lkw
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Übernimmt Scania den Konkurrenten MAN?
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Übernimmt Scania den Konkurrenten MAN?
München / Stockholm - Volkswagen und die schwedische Finanzgruppe Wallenberg haben sich nach Zeitungsangaben hinter den Kulissen auf die Übernahme des Münchner Nutzfahrzeugherstellers MAN durch seinen Konkurrenten Scania geeinigt. Wie das Stockholmer Wirtschaftsblatt „Dagens Industri“ unter Berufung auf mehrere, allerdings ungenannte Quellen berichtete, soll die Wallenberg-Finanzholding Investor nach der geplanten Übernahme von MAN ihre kompletten Scania-Anteile (derzeit 30,6 Prozent) veräußern. Mit diesem letzten Schritt wäre endgültig der Weg frei für die von VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch betriebene Vereinigung von MAN und Scania mit der eigenen Lkw-Sparte in Brasilien oder möglicherweise der kompletten VW-Nutzfahrzeugsparte unter eigenem Dach. Derzeit hält VW an MAN 30 Prozent der Anteile und 36,4 Prozent an Scania. An den Schweden hat auch MAN vor Monaten knapp 15 Prozent erworben.

Die Betroffenen selbst hüllen sich offiziell in Schweigen. Sollte Scania tatsächlich für MAN bieten, würden die beiden Firmen beim Ringen um die von VW angestrebte Allianz aus der eigenen Lkw-Sparte, Scania und MAN die Rollen tauschen. Denn im vergangenen Jahr hatte MAN ein feindliches Übernahmeangebot über 10,3 Milliarden Euro für Scania abgegeben. Bei VW jedoch stieß der Versuch, Scania gegen den Willen des Managements zu schlucken, auf Ablehnung. Ende Januar zog MAN seine Offerte wegen Aussichtslosigkeit zurück.

Investor-Sprecher Fredrik Lindgren wollte den Bericht nicht kommentieren, signalisierte aber erstmals die schwedische Bereitschaft zur Veräußerung der Scania-Anteile: „Wir sind dazu da, den Ertrag für unsere Aktionäre zu maximieren.“ Der Marktwert der eigenen Scania-Anteile hat sich für Investor seit dem Übernahmekampf mit MAN innerhalb von zwölf Monaten um 41 Prozent erhöht.

An der Börse hat das Gerücht aus Schweden einiges Gewicht. Der MAN-Kurs stieg gestern zeitweise um sechs Prozent. Börsianer halten die neueste Variante eines in Europa dominierenden Lkw-Konzerns für plausibel. In die zuletzt festgefahrenen Gespräche komme wieder Bewegung. Vor allem VW als Großaktionär von MAN und Scania habe viel Geld in die Aktien beider Firmen gesteckt. VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch, der dieses Amt auch bei MAN innehat, könne es sich nicht leisten, die Investition ungenutzt zu lassen und das Scheitern einer Fusion von MAN und Scania einfach hinzunehmen. (mit dpa, rtr)



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