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Verbündete für eine gute Sache

Von THOMAS SCHMITZ, 24.10.07, 18:56h

Euskirchen - Publikationen zum Nationalsozialismus und zur Besatzungszeit wurden in Euskirchen honoriert. Die Konejung-Stiftung sprach ihren mit 5000 Euro dotierten Preis dem Kreisgeschichtsverein zu.

Euskirchen - Der Geschichtsverein des Kreises Euskirchen ist am Dienstagabend im Euskirchener Stadtmuseum mit dem Horst-Konejung-Preis 2007 ausgezeichnet worden. Er ist mit 5000 Euro dotiert. „Erstmals geht der Preis nicht an eine Einzelperson. Aber der Vereinsvorsitzende Dr. Reinhold Weitz ist Primus inter Pares“, sagte Dr. Karola Fings, die Preisträgerin des vergangenen Jahres, in ihrer Laudatio.

Ausschlaggebend waren die Aufarbeitung des Nationalsozialismus im Kreis Euskirchen durch eine zweibändige Publikation sowie das grenzübergreifende Projekt „Besatzungszeiten - Occupations: Die Ardennen 1914-1918 / Das Rheinland 1918-1930“, das mit dem Geschichtsverein der französischen Partnerstadt Charleville-Mézières erarbeitet wurde.

„Geschichte soll den Verstand erneuern“, sagte Fings. Beim Kreisgeschichtsverein müsse man keine Angst haben, dass sich „Hobbyhistoriker ohne Hintergrund“ mit „rückwärts gewandter Heimat-Tümelei“ beschäftigen. Im Gegenteil: „Die vielen Publikationen haben die hohe Kontinuität der Arbeit des 800 Mitglieder starken Vereins bewiesen“, so Fings. Ein besonderes Merkmal sei die Modernität - ein Verdienst des Vorsitzenden Reinhold Weitz. Der Historiker und ehemalige Lehrer leitet seit 1983 die Geschicke des 1958 gegründeten Vereins, den er methodisch und inhaltlich modernisiert habe.

„Ich habe schon so manche Rolle im Verein überstanden. Aber heute betrete ich Neuland“, bedankte sich Weitz für den von Achim Konejung überreichten Preis. Lob akzeptiere er als sachlicher Mensch normalerweise nur in kleinen Dosen. „Die Konejung-Stiftung nimmt einen kleinen, etwas breit geratenen Menschen an die Hand und setzt ihm ein Krönchen auf, nicht wissend, ob das gerechtfertigt ist“, scherzte er.

Die Stiftung und der Geschichtsverein seien Verbündete für eine gute Sache. Zwar seien die Wahrnehmung und das öffentliche Auftreten unterschiedlich, die Ziele aber gleich. „Wir überschreiten die Grenzen, unterziehen Geschichte einer kritischen Betrachtung, fragen nach den Ursachen und berichten nicht nur über die Tragödien, sondern richten den Blick auch auf die Verhältnisse und betrachten den Zeitgeist, ohne das Verhalten einzelner Personen moralisch zu verurteilen“, erklärte Weitz.

Je mehr man Vorgängen nachspüre, desto mehr verschwinde das Schwarz-Weiß-Bild und es überwögen die Grautöne. Ohne Anbindung an eine Institution oder ein Kulturzentrum fühle sich der Verein wie ein David, meinte Weitz, kam aber zu dem Schluss: „Small is beautiful oder: Es lohnt die Mühe und führt zum Großen, wenn Kleine sich zusammentun.“



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