Von REINHARD LÜKE, 26.10.07, 07:50h, aktualisiert 26.10.07, 11:19h
Nach zehn Minuten dann der Auftritt von Oliver Pocher, der, anders als einst Schmidts treuer Knappe Manuel Andrack, auf Augenhöhe mit seinem Arbeitgeber am selben Tisch sitzen durfte. Gemeinsam testeten die beiden dann einen Nazometer, der bei Begriffen Alarm schlug, die unter NS-Verdacht stehen könnten. Ein redlicher Versuch, aber Eva Herman und Johannes B. Kerner sind schon weit origineller auf die Schippe genommen worden. So saß man einigermaßen ratlos vor dem Bildschirm, ließ Shampoo-Marken wie „Arischer Frühling“ oder „MustaFA“ und einen belanglosen Einspieler mit Schmidt und Pocher über den seltsamen Pilger-Boom über sich ergehen - und wartete noch immer auf die erste zündende Pointe.
Gänzlich als Rohrkrepierer entpuppte sich die Rubrik „Die Hirschhausen-Akademie“, in der Kabarettist Eckart von Hirschhausen mit Schmidt und Pocher als Statisten in die Geheimnisse des Klinikwesens einzuführen versuchte. Kurz bevor Günther Jauch den beiden Debütanten seine Aufwartung machte, wurde es dann doch noch lustig. Pocher parodierte die Bayern-Recken Lukas Podolski und Olli Kahn. Und das durchaus gut, während Schmidt seinen kläglichen Versuch einer Waldi-Hartmann-Imitation schnell wieder drangab.
Das war zum Schmunzeln, aber als Highlight auf diesem angeblichen Olymp der intelligenten ARD-Unterhaltung denn wieder arg dürftig. Mag sein, dass die beiden Humoristen sich noch einspielen müssen (Sportler gehen dafür vorher ins Trainingslager) und die Veranstaltung an Fahrt gewinnt, wenn Schmidt seinen Juniorpartner nicht mehr ständig ins Wort fällt und Oliver Pocher nicht mehr derart mit gebremstem Schaum agiert wie gestern. Ihr Auftaktspiel verbreitete jedenfalls weniger Vergnügen als Ratlosigkeit. Eine ganze Stunde lang.
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