Die Kindertanzgruppen waren nur schmückendes Beiwerk, als Moderator Tom Lehel versuchte, sich für den Karneval zu profilieren.
Die Kindertanzgruppen waren nur schmückendes Beiwerk, als Moderator Tom Lehel versuchte, sich für den Karneval zu profilieren.
Vorstellabend oder Kindergeburtstag? Das fragten sich viele Besucher, die im Maritim eigentlich die Redner und Sänger des
Stamm tisches Kölner Karnevalisten sehen wollten. Auf dem Podium hopste
Tom Lehel als eine Art
Rolf Zu kowski für ganz Arme umher und wollte zum Singen von Kinderliedchen animieren: „Ri-Ra-Runkel, der Hühnerpo ist dunkel.“ Beim Versuch des TV-Moderators (Kika), nun auch im Karneval Geld zu verdienen, mussten die Pänz der drei Kindertanzgruppen
Höppemötz jer ,
Kölsch Hänneschen und
Rheinmatrosen als Statisten herhalten. Die Kleinen waren sichtlich sauer, hatten sie doch monatelang neue Tänze eingeübt und durften nichts davon zeigen. Noch ein weiteres Mal schienen die vereinsinternen Kontrollorgane versagt zu haben: Als Fehlbesetzung für die kölsche Bühne erwies sich Stammtisch-Neuzugang
Manfred-Martin Nutsch-Mai . Der aus Essen stammende, in Düsseldorf lebende Redner (Manni, der Rocker), der sich selbst als „sprechende Frikadelle“ bezeichnet, blieb den Beweis schuldig, dass seine Mitwirkung in mehreren TV-Karnevalssendungen zu Recht erfolgt war. Damit waren die Tiefpunkte des knapp siebenstündigen Programms auch schon abgearbeitet. Zur Moderation von
Jupp Menth und
Guido Cantz („Nordic Walking ist die Luftgitarre unter den Wintersportarten“) gab's schon ein richtiges Sitzungsprogramm. Während „Knallkopp“
Dieter Röder noch allzu häufig in die Zotenkiste griff, hatten „Hausmann“Jürgen Beckers, die
Zwei Schlawiner („Der nimmt ein Rasierwasser, das nach Chlor riecht, damit die Frauen meinen, er hätte einen Swimmingpool“) und vor allem
Blom und Blömcher mit ihren Parodien noch mal zugelegt. „Ein Hahn, der deinen Namen trägt“ wurde zum Saalhit, und die Mischung aus
Jan Ullrich und
Ro berto Blanco wirkte überzeugend: „Ein bisschen Spaß muss sein, dann läuft das Rad von ganz allein“. Sehenswert waren auch die Höppemötzjer. Die Verjüngung (15 Neue) hat der Gruppe sichtlich gutgetan. Mit Tempo und Charme tanzten sie sich ganz weit nach vorne.