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Köhler: Das Bildungssystem ist ungerecht

Erstellt 25.10.07, 14:47h, aktualisiert 25.10.07, 18:48h

Bundespräsident Horst Köhler geht mit dem deutschen Bildungssystem hart ins Gericht. Die Bundesrepublik habe bei der frühkindlichen Bildung gerade mal „den Status eines Entwicklungslandes“.

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Bundespräsident Horst Köhler
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Bundespräsident Horst Köhler
Berlin - Bundespräsident Horst Köhler hat das deutsche Bildungssystem als veraltet und ungerecht bezeichnet. Deutschland habe bei frühkindlicher Bildung "den Status eines Entwicklungslandes", sagte er am Donnerstag in Berlin. Das Schulsystem lasse Begabungen verkümmern, die Hochschulen könnten im internationalen Vergleich nach wie vor nicht erfolgreich bestehen.

Das Bildungssystem benachteilige Arbeiterkinder, kritisierte der Bundespräsident. Die Pisa-Bildungsstudien zeigten, dass es in Deutschland nach wie vor ererbte Privilegien gebe. "Anders kann man es doch nicht nennen, wenn vier von fünf Akademikerkindern studieren, aber nur eines von fünf Kindern mit Eltern ohne akademischen Grad", meinte er.

Köhler für weitere Reformen

Köhler mahnte bei einem Festakt zum 250. Geburtstag des preußischen Staatsreformers Heinrich Friedrich Karl Freiherr vom Stein (1757-1831) weitere Reformschritte in Wirtschaft und Bildung an und warnte vor Besitzstandsdenken. Damit der Staat zukunftsfähig bleibe, reichten die erfolgten Systemwechsel bei Arbeitslosengeld und Sozialhilfe, die Anhebung des Rentenalters und die Modernisierung der Familienpolitik nicht aus.

Dabei mahnte der Bundespräsident auch die globale Perspektive an. Die Menschheit stehe vor der entscheidenden Gestaltungsaufgabe, eine kooperative Weltgesellschaft zu schaffen. Sie müsse von Freiheit, Achtung der Menschenrechte und gegenseitigem Respekt der Kulturen geprägt sein und bewusster mit den natürlichen Ressourcen umgehen. (kna)



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