Von Maike Steuer, 09.11.07, 00:34h, aktualisiert 09.11.07, 17:29h
Als sich dessen Türen um 0.01 Uhr endlich öffnen, gleicht der Eingangsbereich des Ladens der Inneren Kanalstraße während des Feierabendverkehrs – Stau ohne Ende. In 10er Grüppchen werden die Wartenden in den Laden geschleust, um im Akkord neue Verträge abzuschließen. 49 Euro kostet die günstigste Variante - immerhin inklusive Internetflatrate, 40 Frei-SMS und 100 Frei-Minuten. Kein Schnäppchen, aber „andere kaufen sich einen Koffer für 1000 Euro. Ich dafür ein iphone“, rechtfertigt Klaus Heyert sein Entscheidung für das teure Telefon. Zusammen mit Ehefrau Hilde genießt er den Trubel zu später Stunde und die „Ferienlager-Atmosphäre“. 15 Mitarbeiter des rosa Mobilfunkriesen wuseln durch die Menge und verteilten Fleecedecken, Thermosbecher mit Kaffee und Tee, Regenschirme und Laugenbrezel. Ein Bataillon Heizpilze ersetzt das Lagerfeuer.
Trotz strömenden Regens haben sich auch Marco Sola und seine neun Kollegen aus Ratingen ins Meer aus weißen Schirmen eingereiht. Der Mini-Betriebsausflug war lange geplant, denn alle sind große Fans der Marke mit dem Apfel. „Wir waren erst gemütlich was essen und warten nun darauf, dass es endlich los geht“, so die Truppe unisono. Das iphone sähe einfach schick aus, vernetze die verschiedensten Dienste untereinander und „telefonieren geht ja schließlich auch.“ Unter den Ersten zu sein, die es besitzen, sei sonnenklar gewesen.
Nicht im Regen stehen muss Moderatorin Ruth Moschner. Kaum in Europa auf dem Markt, gehört auch schon ein iphone-Exemplar ihr. „Ich bin der totale Technikfreak und habe zu Hause vier Ipods“, bekennt das inoffizielle „Igirl“ des Abends. Das iphone sei ein echtes Frauenhandy, aber nicht tussimäßig, sondern einfach nur cool. „Es ist ein Mittelstandsluxusgerät mit einer sehr sympathischen Ausstrahlung“, schwärmt die Blondine.
Derweil geht es vorm Eingang nur im Schritttempo voran. „Wir rechnen so mit halb drei“, schätzt Gerhardt Schierhorn. Zusammen mit einem Arbeitskollegen hatte der Hamburger die ungemütliche Warterei auf der Shoppingmeile dem geselligen Bier trinken an der Hotelbar vorgezogen, denn „das iphone ist jetzt schon Kult. Es zu besitzen ist ein sehr sensitives Erlebnis. Man muss es einfach fühlen.“ Und das werden sie früher oder eben später, denn für jeden der rund 400 Kaufwilligen sei ein Gerät oder auch zwei vorhanden, versichert T-Mobile-Mann René Bresgen. „Jeder kriegt eins. Wir haben vorgesorgt und sind sehr zufrieden, wie es bis jetzt läuft.“
Der reguläre Verkauf des 399 Euro-Geräts beginnt in den insgesamt 700 T-Punkten heute zu den regulären Öffnungszeiten.
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